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US-Videotheken-Kette Blockbuster ist pleite

Die Konkurrenz der Online-Videos wurde zu groß: Blockbuster, die größte Videotheken-Kette der USA mit weltweit mehr als 5.000 Filialen, hat Insolvenz angemeldet.

Internet© Anterovium / Fotolia.com

Der Siegeszug der Online-Videos fordert seinen Tribut: Die größte Videotheken-Kette der USA, Blockbuster, ist pleite. Das börsennotierte Unternehmen musste am Donnerstag nach langem Siechtum Insolvenz anmelden und versucht jetzt den Neustart. Für die Kunden ändert sich erstmal nichts: Die Läden haben weiter geöffnet.

Online-Videotheken als Konkurrenz

In den USA hat die Kette 3.000 Filialen. Weltweit sind es mehr als 5.000. Blockbuster ist auch in Kanada, Dänemark, Italien, Mexiko, Argentinien und Großbritannien vertreten. Doch in den Läden ist immer weniger los, besonders in der Heimat. Hier hat vor allem die Online- Videothek Netflix Blockbuster das Wasser abgegraben.

Bei Netflix lassen sich Filme entweder per Breitband-Internet direkt auf den Fernseher oder den Computer holen oder sie werden per Post auf DVD oder Blu-ray verschickt. Das Monatsabo kostet um die 10 Dollar. Auch Yahoo, die Google-Tochter YouTube, Apple und Amazon drängen ins Online-Videogeschäft. Erst kürzlich hat zudem die Video-Website Hulu ihr Angebot ausgebaut. Hinter ihr stehen mehrere große US-Fernsehstationen.

Blockbuster kämpft mit Schuldenberg von einer Milliarde US-Dollar

Zusätzlich leidet Blockbuster unter den Automaten-Videotheken, in den USA ist es vor allem Redbox. Die Leihe ist billiger als in den klassischen Läden. Mit den Gläubigern hat sich Blockbuster nun darauf geeinigt, den Schuldenberg von aktuell einer Milliarde Dollar auf 100 Millionen Dollar abzubauen. Im Gegenzug bekommen die Kreditgeber einen Anteil an der neuen Blockbuster-Gesellschaft.

Bereits seit Monaten hatte sich die Insolvenz abgezeichnet. Die Aktie ist zu einem Pennystock geworden - sie notiert im Cent-Bereich. Blockbuster ist 1985 gegründet worden und hatte 2009 einen Jahresumsatz von 4,1 Milliarden Dollar. 2008 waren es noch 5,1 Milliarden Dollar gewesen. Der Verlust vergrößerte sich auf 569 Millionen Dollar.

(Jörg Schamberg)

Quelle: DPA

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