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US-Datenschützer: Beschwerde gegen WhatsApp-Übernahme durch Facebook

Datenschützer von zwei US-Organisationen legten am Donnerstag bei der US-Handelsbehörde FTC Beschwerde gegen die Übernahme von WhatsApp durch Facebook ein. Die Datenschützer befürchten einen Zugriff auf die Nutzerdaten von WhatsApp. Die US-Behörde solle die Übernahme stoppen, bis die Datenschutzbedenken geklärt sind.

08.03.2014, 13:01 Uhr
Facebook © Facebook

Mit dem Kauf von WhatsApp durch Facebook hat sich das weltweit größte soziale Netzwerk einen äußerst populären Messenger gesichert. Doch zahlreiche Nutzer des Dienstes sind verunsichert und fürchten um die Sicherheit ihrer Daten, wenn Facebook künftig Zugriff auf WhatsApp erhält. Denn der Messenger-Dienst hatte bislang ein komplett gegensätzliches Geschäftsmodell verfolgt: Während das werbebasierte Facebook die Daten seiner Mitglieder umfassend auswertet und Geschäftspartnern zur Verfügung stellt, kommt der Messenger ohne Werbung aus und verzichtet auf eine Auswertung der Nutzungsdaten. In den USA haben Datenschützer des Electronic Privacy Information Center (EPIC) und des Center for Digital Democracy (CDD) am Donnerstag bei der US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde (PDF) gegen die Übernahme von WhatsApp durch Facebook eingereicht.

Übernahmeprozess soll gestoppt werden

Die Eingliederung des Messengers in das Facebook-Geschäftsmodell könne WhatsApp-Nutzer künftig Online-Werbung aussetzen. Das stelle eine unfaire und täuschende Geschäftspraxis dar, die von der FTC als zuständigen Aufsichtsbehörde untersucht werden müsse. Denn gerade weil WhatsApp bislang ein vergleichsweise verbraucherfreundliches Verhalten gezeigt hätte, konnte der Dienst sich über reges Mitgliederwachstum freuen und aktuell rund 450 Millionen Nutzer verzeichnen.

Die US-Datenschützer fordern die Aufsichtsbehörde in ihrer Beschwerde zu einer genauen Untersuchung der Übernahme von WhatsApp durch Facebook auf. Die FTC soll insbesondere unter die Lupe nehmen, ob Facebook Zugriff auf die Mobilfunknummern und Metadaten von WhatsApp-Nutzern erhält. Solange eine solche Untersuchung laufe und die Datenschutzbedenken nicht ausgeräumt wurden, solle der Übernahmeprozess gestoppt werden. Sollte die Übernahme weiterlaufen, solle die Behörde Facebook dazu verpflichten, die WhatsApp-Nutzerdaten vor dem Zugriff durch die Facebook-Datensammlung zu schützen.

Nutzer kehren WhatsApp bereits den Rücken

Auch in Deutschland hatten sich Datenschützer wegen der WhatsApp-Übernahme besorgt gezeigt. Unterdessen zogen tausende Nutzer bereits die Konsequenzen und denken über einen Abschied von WhatsApp nach bzw. sind bereits zu Alternativen wie Threema gewechselt. Bei einem Test des Datenschutzes bei Messengern durch die Stiftung Warentest konnte der Schweizer Dienst Threema überzeugen, WhatsApp wurde dagegen kritisch beurteilt.

(Jörg Schamberg)

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