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US-Börsenaufsicht: Unternehmen dürfen über Facebook und Twitter informieren

Als der Chef der amerikanischen Online-Videothek Netflix einen Rekord im Internet-Geschäft über Facebook bekanntgab, kam er ins Visier der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC. Jetzt stellt sie klar: Der Manager wird nicht bestraft, für Nachahmer gibt es eng gefasste Regeln.

07.04.2013, 17:01 Uhr (Quelle: DPA)
Facebook © Facebook

Die US-Börsenaufsicht SEC hat Unternehmen grünes Licht gegeben, Twitter und Facebook für die Bekanntgabe wichtiger Informationen zu nutzen. Allerdings müssten Anleger auch wissen, dass die Profile für diese Zwecke eingesetzt werden, schränkte die Behörde am Dienstag ein.

Netflix-Chef postete wichtige Info per Facebook

Auslöser für die SEC-Klarstellung war ein Facebook-Eintrag des Chefs der Online-Videothek Netflix, Reed Hastings. Er hatte im Juli vergangenen Jahres beim Online-Netzwerk geschrieben, dass Netflix-Kunden sich im Monat davor erstmals mehr als eine Milliarde Stunden Video online angesehen hätten.

Die SEC störte sich daran, dass diese Neuigkeit, die Einfluss auf den Aktienkurs von Netflix haben könnte, nicht gleichzeitig allen Investoren zugänglich gemacht wurde. So habe eine Pressemitteilung wenige Stunden danach diese Information nicht enthalten und es habe auch keine Börsenmitteilung gegeben. Zudem hätten Netflix und Hastings das Facebook-Profil zuvor nie dafür benutzt, wichtige Unternehmens-Nachrichten zu verbreiten. Die Börsenaufsicht leitete eine Untersuchung ein, die jetzt abgeschlossen wurde (Abschlussbericht, PDF).

Keine Sanktionen gegen Hastings

Im Fall von Hastings sieht die SEC von Sanktionen ab, weil es zu diesem Zeitpunkt noch Unklarheiten bei der Anwendung der Mitteilungs-Regeln in Online-Netzwerken gegeben habe, hieß es im Abschlussbericht. Für Nachahmer gab es aber eine Warnung: Wenn Anleger nicht wüssten, dass in einem privaten Profil eines Managers kursrelevante Informationen zu erwarten seien, würden solche Mitteilungen über Online-Netzwerke eher nicht akzeptiert.

"Eine Gruppe von Aktionären sollte keinen Vorteil gegenüber anderen bekommen, nur weil das Unternehmen wichtige Informationen selektiv veröffentlicht", betonte der zuständige SEC-Beamte George Canellos. Viele Firmen nutzen Twitter und Facebook bereits als zusätzliche Kanäle gleichzeitig mit Börsen- und Pressemitteilungen.

(Jörg Schamberg)

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