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Urteil: Spoerr muss hohe Geldstrafe zahlen

Update: Im Prozess um Insider-Geschäfte sind der frühere freenet-Chef Eckhard Spoerr und sein Finanzchef Axel Krieger am Freitag zu Geldstrafen von je 300 Tagessätzen verurteilt worden.

30.01.2009, 10:26 Uhr (Quelle: DPA)
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Im Prozess um Insider-Geschäfte sind der frühere freenet-Chef Eckhard Spoerr und sein Finanzchef Axel Krieger am Freitag zu Geldstrafen von je 300 Tagessätzen verurteilt worden.
Hohe Geldstrafen
Spoerr muss 300.000 Euro zahlen, Krieger 150.000 Euro. Außerdem wurden beide verurteilt, den Bruttogewinn aus den Aktienverkäufen von jeweils rund 700.000 Euro an den Staat zu zahlen. Die Kammer blieb mit ihrem Urteil unter dem Strafantrag des Staatsanwalts, der für beide Angeklagten ein Jahr Haft auf Bewährung gefordert hatte.
Die Manager hätten ihre Aktien nicht verkaufen dürfen, weil sie vorhersehen konnten, dass der Kurs nach der Veröffentlichung der ihnen bekannten Geschäftsentwicklung zurückgehen würde, erklärte der vorsitzende Richter. "Auch ein Lokführer muss bremsen, wenn er von einem Hindernis auf den Schienen erfährt und kann sich nicht darauf berufen, er habe den Fahrplan einhalten wollen", sagte er. Spoerr und Krieger hätten ihren Informationsvorsprung zu ihren Gunsten ausgenutzt und damit gegen das Gesetz über den Wertpapierhandel verstoßen. Da der Vorgang schon lange zurückliege, der Sachverhalt eingeräumt wurde und die Angeklagten nicht vorbestraft seien, habe die Kammer von einer Freiheitsstrafe abgesehen.
Anwälte wollen Urteil prüfen
Kriegers Anwalt Otmar Kury reagierte verärgert auf das Urteil und die Begründung und kündigte Revision beim Bundesgerichtshof an. Das Urteil sei nicht überzeugend begründet. Oberstaatsanwalt Uwe Hitziger sagte, seine Behörde werde das Urteil zunächst prüfen und halte nach wie vor eine Freiheitsstrafe für angemessen. Es sei aber durchaus denkbar, dass sich die Anklagebehörde mit der Geldstrafe zufriedengebe und auf Rechtsmittel verzichte.
Die Anklage hatte dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Telekommunikationsfirma sowie seinem Finanzchef vorgeworfen, sich im Jahr 2004 durch den verbotenen Verkauf von Aktien um jeweils knapp 1,2 Millionen Euro bereichert zu haben. Die beiden Spitzenmanager sollen Insiderwissen ausgenutzt haben.

(Hayo Lücke)

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