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Unterschiedlichste Reaktionen auf Apples iPad

Die einen feiern den neuen Tablet PC als wegweisend, die anderen haben Zweifel an den technischen Komponenten. Der Preis wird aber überall gelobt.

28.01.2010, 15:31 Uhr (Quelle: DPA)
Apple© Apple

Der Tablet-Computer iPad soll die Lücke zwischen Handy und Laptop schließen und an die Megaerfolge von Apple mit dem iPod und dem iPhone anknüpfen. "Mit Apples fortschrittlichster Technologie haben wir ein magisches und revolutionäres Gerät entwickelt, das wir zu einem unglaublichen Preis anbieten können", sagte Apple-Chef Steve Jobs am Mittwoch zur Premiere des neuen Tablet-Computers in San Francisco. Die Reaktionen auf das iPad fallen jedoch höchst unterschiedlich aus.
Ein neues Zeitalter?!
Bestseller-Autor Nicolas Carr glaubt, dass mit dem iPad das Zeitalter des Personal Computers zu Ende gegangen ist, da mit dem neuen Gerät von Apple ein fundamentaler Wandel der Computernutzung einsetzen werde. "Weil das Internet die traditionellen Produkte der Medien aufgesogen hat - Musik, Fernsehshows, Filme, Spiele, die gedruckte Welt -, haben wir begonnen, unsere Computer als multifunktionale Mediaplayer zu sehen", schrieb Carr in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Andere Beobachter dagegen meinen, dass das neue Gerät sich kaum von den bisherigen Multimediaplayern von Apple unterscheide. "Das iPad ist eher ein iPod Touch mit einem großen Bildschirm und einer UMTS-Option", sagte der Technologie-Analyst Rob Enderle. Auch die Redaktion von onlinekosten.de hat Zweifel am bahnbrechenden Erfolg des iPad signalisiert.
Apple-Aktie im Zickzack-Kurs
Wie unterschiedlich die Reaktionen auf das iPad ausfallen, kann man auch am Aktienkurs von Apple ablesen. Die gigantischen Erwartungen im Vorfeld des Events hatten in den vergangenen Wochen den Preis auf ein Allzeithoch von deutlich über 200 Dollar in die Höhe getrieben. Kurz vor Beginn der Präsentation am Mittwoch sackte der Kurs dann zunächst um drei Dollar ab. Doch je mehr Details Steve Jobs im Yerba Buena Center verkündete, desto zuversichtlicher wurden die Investoren. Am Ende des Tages lag die Aktie bei 207,88 Dollar mit einem Prozent im Plus. Überrascht wurden die Gäste der iPad-Präsentation vom Einstiegspreis von 499 Dollar für die einfachste iPad-Variante. Steve Jobs hatte früher immer wieder betont, dass Geräte unter 500 Dollar nur "Müll" seien. Daher hatten Beobachter im Vorfeld der iPad-Premiere mit Preisen bis zu 1.000 Dollar gerechnet.
Attacke auf die Konkurrenz
"Bei einem Preis von 499 Dollar wird die Luft für Anbieter wie Dell, HP und andere dünn, die auch mit neuen Tablet-PCs auf den Markt kommen wollen. Diese Anbieter haben sich in der Vergangenheit immer dadurch ausgezeichnet, Apple im Preis zu unterbieten", sagte Walt Mossberg, Technologie-Korrespondent des "Wall Street Journal".
Die Präsentation des iPad am Mittwoch wurde von hunderttausenden Menschen im Netz verfolgt. Zwar bot Apple keine Live-Sendung aus San Francisco an. Doch etliche Zuhörer übertrugen mit ihren Mobiltelefonen zumindest ein Audiosignal aus dem Yerba Buena Center ins Internet, das dann über Spezialportale im Schneeballprinzip verbreitet wurde. Außerdem sendeten Spezial-Portale wie engadget.com pausenlos Fotos von der Apple-Veranstaltung ins Web.
Gates hat keine Lust auf Apple
Nur Microsoft-Gründer Bill Gates zeigte sich von dem Rummel um das neue Gerät unbeeindruckt: "Eine Rede Obamas über die Lage der Nation würde ich mir anhören. Ich habe keine Zeit, mir die Präsentation des neuen Apple-Produkts anzusehen", sagte Gates der "Frankfurter Rundschau".

(Hayo Lücke)

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