Demonstration

Unsicheres Smart Home: Glühlampe verschickt Urlaubsfotos

Die Sicherheit im Smart Home muss dringend verbessert werden, sagt IT-Experte Steigerwald. In Leipzig zeigte er, wie man über eine Glühlampe ins gesamte Netzwerk kommt und beispielsweise Fotos verschicken kann.

Melanie Zecher, 02.01.2019, 11:02 Uhr (Quelle: DPA)
GlühbirneÜber die Software einer Glühlampe gelangte der Ingenieur ins Netzwerk. (Symbolfoto)© peshkova / Fotolia.com

Leipzig - Handelsübliche Geräte für das vernetzte Heim bergen nach Angaben eines Experten eklatante Sicherheitsmängel. Auf dem Hackerkongress in Leipzig demonstrierte der hessische IT-Unternehmer Michael Steigerwald, wie die Gerätesoftware einer Glühlampe manipuliert werden kann, um auf private Daten in einem Heimnetzwerk zugreifen zu können.

Lampe kann auf komplettes Netzwerk zugreifen

"Die Glühbirne als Netzwerkteilnehmer kann auf das komplette lokale Netzwerk zugreifen, auch auf die Urlaubsfotos, und diese zu einem entfernten Server schicken", sagte Steigerwald am Freitag. Der Diplom-Ingenieur appellierte an die Hersteller von Geräten für das "Smart Home", bei deren Einbindung im Internet die Sicherheit zu verbessern und auf das Sammeln nicht benötigter Daten zu verzichten.

Steigerwald zeigte in seiner Präsentation, wie bei der Anmeldung einer Glühlampe in der Cloud, also auf dem Internet-Rechner des Anbieters, das WLAN-Passwort des privaten Nutzers unverschlüsselt gespeichert wird. Auch die genauen Geo-Daten für den Standort der Lampe wurden festgehalten.

Mangelnde Verschlüsselung macht es Hackern leicht

Für sein Angriffsszenario nutzte Steigerwald einen Einplatinen-Computer, einen Raspberry Pi, um sich in die Datenkommunikation zwischen Glühlampe und dem Server des Anbieters zu hacken. Auch diese erfolge zum größten Teil unverschlüsselt, kritisierte Steigerwald, der Geschäftsführender Gesellschafter der VTRUST GmbH in Mainhausen (Kreis Offenbach) ist. Auf diese Weise spielte er eine manipulierte Firmware als Update ein. "Die Lampe bootet neu, der Nutzer bekommt es überhaupt nicht mit". Als Angreifer habe er sich danach ungehindert "im lokalen Netzwerk bewegen" können.

Auf die gleiche Weise wie die Glühbirne seien auch andere Geräte im "Smart Home" im Netz eingebunden, erklärte Steigerwald. "Das Sicherheitsniveau von solchen Geräten ist minimal."

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