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Unrühmliches Geschäftsgebaren bei avanio.net

Grundgebühren bei offenen Internet-by-Call-Zugängen? Gibt's nicht? Gibt's schon - und zwar bei avanio!

18.08.2005, 13:01 Uhr
ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Manche Provider lassen sich sehr seltsame Dinge einfallen: Haben Sie schon einmal einen Internet-by-Call-Zugang ohne Anmeldung genutzt, bei dem eine monatliche Grundgebühr berechnet wird? Nein? Bei avanio ist dies möglich, wenn auch nicht sinnvoll und für einige Kunden sogar sehr ärgerlich.
Unvermittelte Preiserhöhung
Bislang konnte man mit avanio über "normale" Internet-by-Call-Tarife ohne Grundgebühr im Internet unterwegs sein. Viele Kunden nutzten diese Tarife entweder über Least-Cost-Router wie SenseConnect oder SmartSurfer, andere wiederum haben sich manuell über das DFÜ-Netzwerk ins Netz eingewählt. Am 2. August änderte avanio jedoch plötzlich die Preise. Für Zugänge, die vorher ohne Grundgebühr nutzbar waren, wird nunmehr ein monatlicher Grundpreis erhoben. So kann man beispielsweise für monatlich 8,99 Euro sonntags in der Zeit von 10 bis 19 Uhr ohne weitere Kosten surfen. In der übrigen Zeit fallen "nur" 0,99 Cent/Min. an.
Potenzielle Kostenfalle
Alle User, die sich aus Unwissenheit über die Preisänderung wieder über avanio einwählten, gaben mit diesem Verbindungsaufbau automatisch die Zustimmung zur Abbuchung der Grundgebühr von bis zu 8,99 Euro. Mit einer einzigen Einwahl ist der ahnungslose User automatisch die sogenannte "avanio.net Community"-Clubmitgliedschaft eingegangen, die er nur jeweils zum Monatsende schriftlich kündigen kann. Ansonsten werden Monat für Monat die jeweils gültigen Grundgebühren abgebucht. Leider haben auch viele Least-Cost-Router-Programme zu spät von dieser drastischen Änderung erfahren, sodass in diesen weniger aktuelle Preise hinterlegt waren. SenseConnect hat darauf sofort reagiert. Die Berechnung des Grundpreises erfolgt auch dann, wenn der Zugang überhaupt nicht genutzt wird. Die Preisgarantie von avanio.net erscheint somit als blanker Hohn: "Nie teurer als 1 Cent/Min. surfen!", heißt es auf der Webseite des dubiosen Anbieters.
Halbherzige Pressemitteilung
Der Anbieter versäumte darüber hinaus die Kunden in seiner Pressemitteilung vom 1. August über die Änderung der Konditionen diverser bestehender Angebote zu informieren. In der Information ist lediglich von den "neuen Tarifen" vanio.XXL und vanio.KIDS die Rede. Die Nutzer konnten somit vermutlich gar nicht rechtzeitig von der Preiserhöhung erfahren, sodass dieses Tarifwirrwarr mit Sicherheit zu Lasten einiger Kunden ging. onlinekosten.de hat avanio von Anfang an nicht im Tarifvergleich aufgeführt - völlig zu Recht, wie sich nun herausstellte. avanio selbst war bisher noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Und die Moral von der Geschicht'...
Alle Schmalbandkunden sollten sich einen gut gemeinten Rat von onlinekosten.de zu Herzen nehmen: Machen Sie einen großen Bogen um avanio und andere Anbieter, die urplötzlich Grundgebühren für ihre Internet-by-Call-Zugänge verlangen. Diese Art der Abrechnung sollte zum Schutz des Kunden immer mit einer tatsächlich gewollten Anmeldung verbunden sein - oder wie würden Sie darauf reagieren, wenn onlinekosten.de Ihnen einfach mal so 10 Euro für den Besuch der Webseite abbucht?

(Tobias Capangil)

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