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UNO-Plan: 2015 hat jedes Dorf Zugang zum Web

Digitale Kluft müsse überbrückt werden. Allein in Manhattan gäbe es mehr Telefone als auf dem gesamten afrikanischen Kontinents.

20.11.2005, 13:14 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Zum Abschluss des Welt-Informationsgipfels haben Vertreter von 176 Ländern gefordert, armen Menschen besseren Zugang zu Internet und Telefon zu gewähren. Die Teilnehmer des UN-Gipfels in Tunis verabschiedeten am Freitag zwei entsprechende Erklärungen, die zur Überbrückung der so genannten digitalen Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufrufen.
Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade lobte Fortschritte in Afrika, forderte aber weiteres Engagement. "Afrika hat den Zug inzwischen erreicht", sitze aber weiterhin im "letzten Waggon", sagte Wade. Allein in Manhattan gäbe es mehr Telefone als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Im Wesentlichen wiederholte der Gipfel die Appelle der Vorgänger-Konferenz vor zwei Jahren in Genf.
Pläne für die Zukunft
Die rund 17.000 Teilnehmer beschlossen außerdem die Einrichtung eines Fonds zur Förderung von Computer-Projekten in Entwicklungsländern. Seit langem ringen Experten um Lösungen zur Überwindung der digitalen Kluft, dem Abstand, der zwischen der intensiven Nutzung von Internet oder Telefon in den Industriestaaten und der geringen Nutzung in ärmeren Ländern klafft. Die UNO will bis 2015 jedes Dorf der Welt ans Internet anschließen.
Der Gipfel wurde vom Streit über die Informationsfreiheit im Gastgeberland überschattet. Vor dem Gipfel wurden ein französischer Journalist sowie ein belgisches Fernsehteam an Recherchen in Tunesien gehindert. Tunesien wird seit langem wegen Gängelung einheimischer Medien kritisiert.

(Hayo Lücke)

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