News

Universal bindet sich nicht mehr an Apple

Der Musikkonzern Universal will vorerst keinen langfristigen Vertrag mit dem Apple-Musikshop iTunes. Kürze Laufzeiten sollen Universal künftig flexibler im Kampf gegen die Dominanz von Apple machen.

08.07.2007, 14:01 Uhr
Apple© Apple

Die Firma mit dem Apfel schwimmt auf einer Welle der Euphorie. Seit wenigen Tagen bricht das schon jetzt legendäre iPhone alle Rekorde und soll bald auch nach Europa kommen. Nun muss Apple eine Schlappe für seinen Online-Shop iTunes verdauen. Eine Neuauflage des langfristigen Vertrages mit der Vivendi-Tochter Universal Music wird es nicht geben, berichtet die "New York Times".
Kürzere Laufzeit bevorzugt
Apple wollte seinen iTunes-Kunden dauerhaft auch die Künstler von Universal präsentieren. Seit nunmehr drei Jahren lief eine Kooperation zwischen beiden Unternehmen, der bereits im vergangenen Jahr um zwölf Monate verlängerte Vertrag lief im Juni aus. Universal wollte ihn diesmal nicht verlängern. Das "Wall Street Journal" berichtet, Universal strebe nun kürzere Laufzeiten an, um sich bei Bedarf schneller aus iTunes zurückziehen zu können. Vorerst sollen die Musikstücke bei iTunes zwar weiterhin verfügbar sein, allerdings steht Universal nun ein monatliches Kündigungsrecht zu. Durch eine flexiblere Vertragsgestaltung will sich Universal alle Möglichkeiten offen halten, weitere Partner für sein umfangreiches Musikrepertoires zu finden.
Angst vor dem iPhone
Das iPhone, das an einem iTunes-Account gekoppelt ist, schürt nun die Befürchtungen, Apple könnte künftig auch das mobile Musikgeschäft beherrschen und somit die Preise für Musikshops auf allen Ebenen diktieren.
Die Dominanz von Apple und die starre Preispolitik sorgt in vielen Vorstandsetagen der Musikkonzerne für Stirnrunzeln. In der Regel kostet ein Musikstück im iTunes-Shop pauschal 0,99 Euro beziehungsweise 0,99 US-Dollar und ist damit günstiger als so mancher Mitbewerber. Das schlägt sich auch in einer Marktdominanz von mehr als 70 Prozent in den USA nieder. Der ewige Rivale Amazon wurde zwischenzeitlich auf die Plätze verwiesen. Nur das stationäre Musikgeschäft der Handelsgruppen Wal Mart und Best Buy kann iTunes derzeit noch bremsen.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang