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Unitymedia wächst kräftig mit Internet und Telefon

Unitymedia verzeichnete im ersten Quartal 2011 das zweithöchste Abonnentenwachstum der Unternehmensgeschichte. Die Kölner gewannen 119.300 neue Abonnements für Internet & Telefon. Geplant sind neue Produkte und neue Hardware.

05.05.2011, 12:01 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Der zum US-Konzern Liberty Global gehörende Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat im ersten Quartal 2011 das zweitbeste Abonnentenwachstum in der Unternehmensgeschichte erzielen können. Das geht aus den am Mittwoch vorgestellten vorläufigen Geschäftszahlen hervor. Treiber waren wieder einmal Internet- und Telefonprodukte, während der in Nordrhein-Westfalen und Hessen aktive Anbieter im klassischen analogen Fernsehbereich weiter Kunden verlor.

HDTV & HD-Recorder locken Digitalkunden

Die Gesamtkundenzahl des Kölner Providers ging im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres unter dem Strich wegen Verlusten im TV-Bereich leicht um 18.800 Kunden auf 4,55 Millionen zurück. Ende März dieses Jahres zählte Unitymedia rund 2,89 Millionen Abonnements für analoges Kabel-TV. Das entspricht einem Rückgang um 7 Prozent bzw. einem Minus von 221.000 Abonnements innerhalb eines Jahres.

Punkten konnten die Kölner dagegen mit ihrem digitalen TV-Angebot. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Unitymedia mit rund 1,59 Millionen Abonnements einen Anstieg um 174.900 digitale Fernsehpakete. 36 Prozent der Kabelkunden nutzen inzwischen den digitalen Kabelanschluss. Dank HDTV-Angeboten und HD-Recorder wurden bis Ende März 55.700 neue Digital TV Abonnements abgeschlossen.

119.300 neue Abonnements für Internet und Telefon

Weiter auf Erfolgskurs ist der Kabelnetzbetreiber mit seinen Internet- und Telefonprodukten. Hier konnte Unitymedia im ersten Quartal insgesamt 108.700 neue Abonnenten, die insgesamt 119.300 Abonnements abschlossen. Damit erzielte die Liberty Global-Tochter nach eigenen Angaben das zweithöchste Abonnentenwachstum seit Gründung des Unternehmens.

Die Zahl der Abonnements für Internetprodukte nahm im Zeitraum von Januar bis März dieses Jahres um 59.800 auf 840.100 zu. Ähnlich kletterte auch die Zahl der abgeschlossenen Telefonverträge um 59.500 auf 838.800 Telefonabonnements Ende März. Damit legte Unitymedia auch im Vergleich mit dem durch das Weihnachtsgeschäft traditionell stärkeren vierten Quartal des Vorjahres weiter zu. Von Oktober bis Dezember 2010 hatten die Kölner 53.900 neue Internetkunden sowie 53.100 Telefonkunden gewinnen können.

Auf die Neuen Dienste wie Internet, Telefon und Digital TV entfielen Ende März bereits 53 Prozent der gesamten 6,2 Millionen Abonnements. 94 Prozent des Netzes sind inzwischen für die Nutzung solcher Dienste aufgerüstet.


Weiter auf Seite 2: Video on Demand noch 2011 und neue Produkte

Die positive Entwicklung führt das Unternehmen vor allem auf seine sehr gut angenommen 3play-Produkte zurück, die Internet, Telefon und Digital TV bündeln. Mit Unity3play erreichte der Kabelnetzbetreiber bei den Neuen Diensten ein Wachstum von 21 Prozent. Auch die Kampagne für wechselwillige DSL-Kunden, die bei Bestellung von beispielsweise Unity3play 32.000 von bis zu sechs Gratismonaten profitieren, zahlte sich aus.

Triple-Play Produkte auf dem Vormarsch

Der Anteil von Triple-Play Produkten stieg innerhalb eines Jahres von 12,6 Prozent auf 16,4 Prozent an. Double Play-Pakete konnten zwar auch leicht von 1,7 Prozent auf 2,4 Prozent zulegen, haben aber bislang nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Dabei können beispielsweise Kunden, die TV über Satellit empfangen, 2play Internet- und Telefonieprodukte auch ohne zusätzliche Kosten für einen Kabelanschluss bestellen. Den Löwenanteil nehmen bei Unitymedia noch die Single Play Produkte ein - hier in erster Linie das Kabelfernsehen. In den letzten zwölf Monaten sank der Anteil aber von 85,7 Prozent auf 81,2 Prozent.

Den Umsatz pro Kunde konnte Unitymedia im Jahresvergleich um 7 Prozent von 14,68 Euro auf 15,75 Euro steigern. Die Erlöse nahmen um 8 Prozent auf 246 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, legte um 18 Prozent auf 146 Millionen Euro zu. Damit konnte Unitymedia das beste Ergebnis seit der Übernahme durch Liberty Global Anfang 2010 vorweisen.

Unitymedia plant VoD-Start noch 2011 - neue Einsteigerprodukte

Für die Zukunft setzt Unitymedia auch auf neue Produkte, wie ein Unternehmenssprecher im Rahmen der ANGA Cable gegenüber unserer Redaktion erklärte. Noch voraussichtlich in diesem Jahr soll ein eigenes Video on Demand-Angebot an den Start gehen. Das User-Interface des HD-Recorders wird dann um dieses Feature erweitert. Zu sehen sein sollen dann beispielsweise auch 3D-Filme auf Abruf. Seit dem 3. Mai hat Unitymedia seinen HD-Kunden einen 3D-Demokanal kostenlos freigeschaltet. In einer 60-Minuten-Schleife zeigt der Testkanal 3D-Kurzfilme wie aktuelle Kinotrailer, eine 3D-Simulation des Kölner Doms sowie Sport- und Konzertevents.

Angedacht ist auch die Einführung eines preisgünstigen Einsteigerprodukts, bei dem die Internet-Bandbreite beispielsweise auf 6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beschränkt ist. Das entspricht aktuell der von deutschen Internetnutzern durchschnittlich am häufigsten genutzten Geschwindigkeit. Der Mutterkonzern Liberty Global plant derzeit außerdem die Einführung der neuen revolutionären Horizon-Box. Das Multitalent verfügt unter anderem über sechs Tuner und unterstützt neben HD, 3D auch Apps. Die Box wird voraussichtlich zunächst bei UPC in den Niederlanden eingeführt. Unitymedia soll zudem vor Ort persönlich erlebbar werden. Auf über 200 Shops soll die Zahl der Filialen des Kabelnetzbetreibers im Verbreitungsgebiet in Nordrhein-Westfalen und Hessen ansteigen.

(Jörg Schamberg)

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