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Unitymedia und Kabel BW behalten Markennamen

Der Übernahmeprozess von Kabel BW durch Unitymedia schreitet voran. Ein gemeinsames Management unter Führung von Lutz Schüler tritt im Juli an. Einen gemeinsamen Namen für beide Kabelnetzbetreiber wird es aber vorerst nicht geben.

24.01.2012, 11:47 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Vor rund einem Monat gab das Bundeskartellamt grünes Licht für die Übernahme von Kabel BW durch den Unitymedia-Eigner Liberty Global. Viktor Janik, bei Unitymedia zuständig für Regulierungsfragen, erläuterte auf der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabelnetze" in Köln die Strategie für das Zusammenwachsen der beiden Kabelnetzbetreiber.

Gemeinsames Management ab Juli

Ab Juli wird es ein gemeinsames Management geben. Die Funktion des leitenden Geschäftsführers (CEO) wird der derzeitige Unitymedia-Chef Lutz Schüler übernehmen. Heribert Leifker wird unter anderem für den Vertrieb zuständig sein. Von Kabel BW kommt Uwe Bärmann als technischer Geschäftsführer (CTO). "Wir haben viele Integrationsprozesse vor uns", so Janik. Es werde genau geschaut, welches Modell in den jeweiligen Bereichen das Bessere sei.

Einen neuen gemeinsamen Namen für beide Unternehmen wird es zunächst nicht geben. Stattdessen sollen die beiden Marken stärker im Markt positioniert werden. Unitymedia setzt hier auf stärkere Kundennähe. Verfügte der Kölner Provider Anfang 2011 erst über 60 Shops vor Ort, zählte Unitymedia zum Ende des vergangenen Jahres bereits über 80 eigenständige Läden. Die Zahl der Internetkunden liegt inzwischen bei über einer Million. Rund 96 Prozent der Unitymedia-Haushalte sind bereit für 3play-Produkte, über 93 Prozent auf DOCSIS 3.0 aufgerüstet. Insgesamt verzeichnet Unitymedia 8,7 Millionen Kunden, da sei für Internetprodukte "noch viel Luft nach oben", sagte Janik.

Als "schmerzliches Zugeständnis" an das Bundeskartellamt verzichtet der Kabelnetzbetreiber ab 2013 auf die Grundverschlüsselung des Free-TV. Damit lassen sich die Kabel-TV-Programme auch mit nicht von Unitymedia angebotenen Receivern empfangen. Die Digitalisierungsquote des Kabelnetzbetreibers liegt derzeit bei rund 40 Prozent. Einen starken Anschub verspricht sich Unitymedia auch durch die hohe Nachfrage nach internetfähigen Fernsehern, die über integrierte digitale Tuner verfügen.

Einführung der Horizon-Box bis zum Jahresende

Bis zum Jahresende hofft das Unternehmen, die bereits in den Niederlanden eingesetzte Horizon-Box auch in Deutschland einführen zu können. Horizon bietet Kunden einen personalisierten Multimedia-Gateway mit IP-Client für mehrere Fernseher. Im ganzen Haus lassen sich beispielsweise Set-Top-Boxen drahtlos mit der Horizon-Box verbinden. Alle Endgeräte sollen das Internet mit demselben Interface nutzen können. Zudem arbeiten Anbieter von Apps mit Unitymedia zusammen.

Auch die Geschäftskundenprodukte sollen in diesem Jahr weiter ausgebaut werden. "Wir haben hier noch viel Nachholbedarf", betont Janik. Unitymedia stehe in diesem Produktsegment noch ganz am Anfang.

(Jörg Schamberg)

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