Wettbewerb in Gefahr

Unitymedia-Übernahme: BREKO fordert Öffnung des Vodafone-Mobilfunknetzes

Bringt die Fusion von Vodafone und Unitymedia und die Öffnung des Vodafone-Kabelnetzes für Telefónica Deutschland mehr Wettbewerb? Der BREKO-Verband fürchtet eine Einschränkung des Wettbewerbs. Vodafone müsse dann sein Mobilfunknetz öffnen.

Europäische UnionBald fällt in Brüssel die Entscheidung über die Genehmigung der Unitymedia-Übernahme durch Vodafone.© mik ivan / Fotolia.com

Berlin - Es wird spannend: Bis zum 23. Juli 2019 will die EU-Kommission ihre Entscheidung fällen, ob sie die Übernahme der Kabelnetze von Liberty Global in Deutschland (Unitymedia) sowie in der Tschechischen Republik, in Ungarn und Rumänien durch Vodafone erlaubt. In der vergangenen Woche hatte der Mobilfunknetzbetreiber und Festnetzanbieter Telefónica Deutschland für den Deal geworben und eine Belebung des Wettbewerbs versprochen. Vodafone hatte zugesagt, im Fall einer Unitymedia-Übernahme das Kabelnetz für Telefónica Deutschland zu öffnen. Der Branchenverband BREKO äußerte am Montag jedoch Zweifel an mehr Wettbewerb durch die Fusion der Kabelnetzbetreiber.

BREKO: Kaum mehr Potential für FTTB/H-Ausbau

Stattdessen warnt der Verband und befürchtet eine erhebliche Einschränkung des Wettbewerbs. Künftig gebe es ein Duopol von Vodafone und Deutscher Telekom. Für einen FTTB-/FTTH-Ausbau in diesen Gebieten gebe es dann kaum mehr Potential, wenn dort mehr als 70 Prozent der Kunden vertraglich an Kupfer- oder Kabelnetze gebunden seien. Die Telekom und Vodafone könnten sich den Markt friedlich aufteilen.

Vodafone und Telefónica könnten Marktmarkt auf Bündelangebote mit Mobilfunk ausdehen

Für Telefónica biete der "Exklusiv-Deal" mit Vodafone die Chance, Bündelprodukte aus Internet, Telefonie, TV und Mobilfunk anbieten zu können. Diese Möglichkeit hätten dagegen alternative Netzbetreiber ohne eigenes Mobilfunknetz nicht. Sie könnten nicht auf diskriminierungsfreie Mobilfunkvorleistungen zugreifen. Die zwei marktmächtigen Mobilfunkunternehmen Vodafone und Telefónica Deutschland könnten ihre Marktmacht laut BREKO künftig auch auf Bündelangebote mit Mobilfunk ausdehnen.

BREKO: Zugang für Wettbewerber zum Vodafone-Mobilfunknetz erforderlich

Dadurch würden jedoch viele lokale und regionale Netzbetreiber geschwächt, die in den Glasfaserausbau bis in die Gebäude oder Wohnungen (FTTB/H) investieren. Der Festnetzwettbewerb käme dadurch nicht in Schwung. Der BREKO spricht sich daher weiter gegen den Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia aus und hält die Unitymedia-Übernahme für nicht genehmigungsfähig. Sollte die EU-Kommission dennoch grünes Licht erteilen, so müsse dies mit einem Zugang für alternative Festnetzbetreiber zum Mobilfunknetz von Vodafone gekoppelt werden. Durch ein solches Mobilfunk-Vorleistungsprodukt könnten "ansatzweise vergleichbare Wettbewerbschancen" realisiert werden.

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Jörg Schamberg

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