Streit ums Streaming

Unitymedia-Mutter Liberty Global: Netflix für langsames Streaming selbst verantwortlich

Mike Fries, Chef des Unitymedia-Mutterkonzerns Liberty Global, hat das US-Unternehmen Netflix kritisiert. Der Streaming-Anbieter mache Fehler bei der Zuführung von Daten, deshalb komme es zu Verzögerungen. Beschwerden hält Fries für unangemessen.

Marcel Petritz, 12.07.2016, 11:19 Uhr
Unitymedia / Kabel BW© Unitymedia GmbH

London - Der Chef von Liberty Global, Mike Fries, erhebt Vorwürfe gegen den Branchenriesen Netflix - der Streaming-Anbieter mache selbst Fehler bei der Einspeisung der Daten, dies würde zu Verzögerungen bei der Wiedergabe führen. Dies teilte Fries dem "Handelsblatt" mit. Seit 2009 gehört auch der deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) zu dem weltweit aktiven Konzern.

"Das ist also nicht unser Fehler"

Fries weist dabei Vorwürfe von Netflix zurück: "Netflix und andere Anbieter haben sich darüber beschwert, dass ihre Dienste bei uns oder anderen langsamer laufen. Sie erstellen ein Ranking von Internetanbietern, auch in Deutschland, wie gut ihre Filme gesehen werden können." Dabei fand Fries harsche Worte. Gegenüber dem Handelsblatt warf der Liberty-Global-Chef Netflix Lüge vor.

Laut Fries würde Netflix "die Daten nicht richtig zuführen" und stellt klar: "Das ist also nicht unser Fehler". Der Liberty-Global-Chef sieht die Ursache bei Netflix und der von dem Unternehmen genutzten Infrastruktur. In solchen Fälle habe man bereits mit Beschwerden reagiert.

Darüber hinaus übt Fries Kritik an dem Verhalten des Streaming-Dienstes: "Netflix will die Anbieter dazu bringen, mit ihnen einen Deal für die Übertragung abzuschließen oder sie zu bestrafen, wenn sie es nicht tun. Das ärgert uns natürlich besonders dann, wenn unzutreffende Gründe angeführt werden."

Breitbandanbieter gegen Zero-Rating

Konkret geht es um Vereinbarungen zum Zero-Rating - bei dieser Regelung mit dem Netzbetreiber wird das Datenvolumen durch die Nutzung von Anbietern wie Netflix nicht tangiert. "Sie sind auch nicht schlecht. Zero-Rating ist gut für Konsumenten, allerdings wollen einige Internetanbieter vielleicht nicht für solche Deals zahlen", so Fries. Das steigende Datenvolumen durch Dienste wie Netflix scheint bei dem Breitbandanbieter für Unmut zu sorgen.

Nach eigenen Angaben hatte der Liberty-Global-Konzern Ende September 2015 fast 27 Millionen Kunden in 14 Ländern.

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