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Unitymedia KabelBW: Weniger neue Kunden - Horizon ab September verfügbar

Unitymedia KabelBW hat die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das Kundenwachstum fällt schwächer aus als im Vorquartal, zudem rutscht der Kabelnetzbetreiber tiefer in die roten Zahlen. Hoffnungsträger ist das neue Produkt Horizon.

02.08.2013, 17:01 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

"Im ersten Jahr als gemeinsames Unternehmen sind wir weiterhin auf starkem Wachstumskurs", sagte Lutz Schüler, Chef des vor einem Jahr fusionierten Kabelnetzbetreibers Unitymedia KabelBW, am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2013. Das in Köln ansässige Unternehmen konnte seinen Umsatz im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni um acht Prozent auf 480 Millionen Euro steigern. Auch die Zahl der Abonnenten von Internet- und Telefondiensten per TV-Kabel legte weiter zu. Ein genauer Blick zeigt aber auch: Im Vergleich zum Vorquartal und zum Vergleichszeitraum des Vorjahres ist das Wachstum im zweiten Quartal erheblich schwächer ausgefallen. Zudem rutschte Unitymedia KabelBW tiefer in die roten Zahlen.

7,1 Millionen Kunden in drei Bundesländern

Der Kabelnetzbetreiber zählte Ende Juni in seinem Verbreitungsgebiet in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg rund 7,1 Millionen Kunden, die 11,4 Millionen Dienste abonnierten. Unterm Strich kamen im zweiten Quartal allerdings nur 7.900 neue Kundenbeziehungen hinzu.

Erfreulich für die Kölner: Kunden abonnieren immer häufiger mehrere Dienste. Inzwischen werden die Kombinationen aus TV, Internet und Telefonie (Triple Play) bereits von 27,4 Prozent der Kunden genutzt, sieben Prozent der Kunden haben immerhin zwei Dienste abonniert. Der Löwenanteil fällt mit 65,6 Prozent aber immer noch auf Single Play, hier vor allem auf das Kabelfernsehen.

Gebremstes Wachstum bei Internet und Telefonie

Wachstumstreiber bleiben unter anderem Internet und Telefonie mit insgesamt 129.100 neuen Abonnements. Der Kabelnetzbetreiber ist damit nach eigenen Angaben in diesem Bereich weiterhin der am stärksten wachsende Anbieter in Deutschland. Von April bis Juni kletterte die Zahl der Internet-Abonnements um 84.700 auf insgesamt rund 2,40 Millionen Abonnements. Die Zahl der abonnierten Telefondienste legte um 62.100 auf rund 2,38 Millionen Abonnements zu.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal konnte der Kabelnetzbetreiber noch 99.900 neue Internetverträge bzw. 91.300 neue Telefonverträge abschließen und kam damit insgesamt auf 168.900 neu hinzugewonnene Abonnements, im Vorjahreszeitraum lag der Zuwachs sogar bei 189.300 Neuverträgen. Mit 97 Prozent der 12,6 Millionen erreichbaren Haushalte ist laut Unitymedia KabelBW nahezu das gesamte Kabelnetz in den drei Bundesländern für Internet-Downloadgeschwindigkeiten zwischen 100 bzw. 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ausgebaut.

Im klassischen Geschäftsbereich Kabelfernsehen musste Unitymedia KabelBW erneut einen weiteren Kundenrückgang vermelden, allerdings fiel dieser mit einem Verlust von 17.700 Abonnements weniger stark aus als noch im vorangegangenen Quartal (-22.300). Rund 4,46 Millionen Abonnements für analoges Kabel-TV meldet das Unternehmen zum Stichtag Ende Juni, ein Rückgang um 27.500 Abonnements. Im gleichen Zeitraum konnten digitale TV-Dienste dagegen um 9.800 auf rund 2,19 Millionen Abonnements zulegen. Insgesamt zählte Unitymedia Kabel BW am Ende des zweiten Quartals noch rund 6,65 Millionen TV-Abonnements.

Horizon geht im September an den Start - Verlust wächst weiter

Große Hoffnung setzt Unitymedia KabelBW in sein neues Produkt Horizon. Die multimediale Set-Top-Box soll im September an den Start gehen und Internet und TV miteinander verschmelzen. "Die Vorzüge des digitalen Fernsehens, wie zeitversetztes Fernsehen oder Video-on-demand, die zu mehr Individualität im Medienkonsum führen, werden wir mit der Einführung unserer TV- und Medienplattform Horizon perfektionieren", verspricht Schüler. Bereits im zweiten Quartal seien HDTV-Angebote und der HD Recorder Wachstumstreiber gewesen. Von April bis Juni verzeichnete Unitymedia KabelBW mehr als 85.000 neue HD-Abonnements, rund 50 HD-Sender sind über das Kabelnetz empfangbar. Nach Angaben des Unternehmens nutzen 17 Prozent aller TV-Abonnenten einen oder mehrere Premiumdienste wie zusätzliche TV-Pakete oder einen digitalen HD-Videorekorder.

Erfolg im Geschäft mit den Wohnungsbaugesellschaften: Im Juli konnten die Kölner einen Deal mit einer der größten deutschen Wohnungsbaugesellschaften abschließen. In den kommenden zwei Jahren sollen 120.000 Wohneinheiten mit dem Multimediaanschluss von Unitymedia KabelBW versorgt werden. Beim Blick auf die Finanzen des Kabelnetzbetreibers gibt es Licht und Schatten. Zwar stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um neun Prozent auf 949 Millionen Euro und auch das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, stieg im Vergleich zum ersten Quartal um 5,7 Millionen Euro auf 280,6 Millionen Euro an. Zudem konnte Unitymedia KabelBW den monatlichen Umsatz pro Kunden (ARPU) auf 20,31 Euro steigern. Unterm Strich bleiben aber rote Zahlen: Für das zweite Quartal vermeldete Unitymedia KabelBW ein Minus von 122,2 Millionen Euro. Im Vorquartal hatte der Verlust erst bei 72,1 Millionen Euro gelegen, ein Jahr zuvor erreichte er sogar nur 24,5 Millionen Euro.

(Jörg Schamberg)

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