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Unitymedia KabelBW-Chef Lutz Schüler im Interview: Über 1 Gbit/s per Kabel möglich

Onlinekosten.de hat Unitymedia KabelBW-Chef Lutz Schüler in einem Interview zur Fusion mit Kabel BW, zu möglichen Übernahmeplänen kleinerer Kabelnetzbetreiber, zur bisherigen Bilanz von Horizon, einem möglichen Hybrid-Router sowie zur Aussicht auf höhere Upload-Geschwindigkeiten befragt.

12.11.2014, 16:31 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Der in Köln ansässige Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW punktet mit schnellen Internetzugängen über seine Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Seit Anfang November sind Download-Bandbreiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verfügbar. Onlinekosten.de hat Unitymedia KabelBW-Chef Lutz Schüler in einem Interview zur Fusion mit Kabel BW, zu möglichen Übernahmeplänen kleinerer Kabelnetzbetreiber, zu Horizon, einem möglichen Hybrid-Router sowie zur Aussicht auf höhere Upload-Geschwindigkeiten befragt.

Herr Schüler, seit Juli 2012 sind Unitymedia und Kabel BW unter ihrer Führung unter einem Dach vereint. Hat sich der Zusammenschluss für das Unternehmen und für die Kunden gelohnt?

Lutz Schüler: Auf jeden Fall. Seit der Fusion von Unitymedia und Kabel BW hat sich unser Unternehmen ein gutes Stück weiterentwickelt – vom reinen Kabelnetzbetreiber hin zu einem der führenden Telekommunikations- und Medienunternehmen in Deutschland. Wir sind seit 13 Quartalen der Internetanbieter mit den größten absoluten Kundenzuwächsen in Deutschland. Zum Ende des dritten Quartals 2014 abonnierten bei uns rund 7,1 Millionen Kunden mehr als 12,1 Millionen Dienste. Jeder zweite Breitband-Neukunde in unserem Footprint entscheidet sich für uns.

Auch was sich in der Zwischenzeit für unsere Kunden getan hat, kann sich sehen lassen: Wir haben 2013 bei Kabel BW die Download-Geschwindigkeit auf bis zu 150 Mbit erhöht und bieten seit Anfang November 2014 in unserem gesamten Verbreitungsgebiet bis zu 200 Mbit/s an. Wir haben im September 2013 in NRW und Hessen mit Horizon erfolgreich eine Plattform eingeführt, die die Grenzen zwischen klassischem Fernsehen und Internet verschmelzen lässt. Der Startschuss für Horizon in Baden-Württemberg erfolgte ebenfalls Anfang November 2014. Im Juli 2014 haben wir die Horizon Go App für Apple- und Android-Geräte so erweitert, dass Kunden mit Kabel- und Internetanschluss damit jetzt 13 von 100 Sendern auch außerhalb der eigenen vier Wände empfangen und Filme aus der Unitymedia Videothek unterwegs abrufen können.

Der Kabelmarkt ist im Umbruch: Vodafone hat Kabel Deutschland übernommen. Tele Columbus liebäugelt mit dem Börsengang. Plant auch Unitymedia KabelBW einen neuen Anlauf, um kleinere Kabelnetzbetreiber zu übernehmen?

Lutz Schüler: Wir beobachten den Kabelmarkt genau. Wir konzentrieren uns aber auf Wachstum in unserem eigenen Footprint.

Die Deutsche Telekom bringt in Kürze einen Hybrid-Router auf den Markt, der Festnetz und Mobilfunk bündelt. Ist eine solche Hardware auch für einen Einsatz bei Unitymedia KabelBW denkbar?

Lutz Schüler: Für uns besteht keine Notwendigkeit, mehrere Technologien zu koppeln, um Kunden Highspeed-Internet anzubieten. Wir bieten auf der Grundlage unseres Coax-Glasfasertechnologie schon seit 2013 Breitbandprodukte mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s. Im November haben wir auf 200 Mbit/s erhöht. Wir haben mit unserem Coax-Glasfasernetz das Potential die Geschwindigkeit auf über 1 Gigabit/s zu erhöhen und werden so auch zukünftig das schnellste Internet anbieten können.

Vor rund einem Jahr hatte Unitymedia die Entertainment-Plattform Horizon inklusive entsprechendem HD-Receiver bzw. HD-Recorder eingeführt. Der Start verlief eher holprig. Wie sieht die Bilanz nach gut zwölf Monaten aus? Hat Horizon die Erwartungen erfüllt?

Lutz Schüler: Unsere TV- und Multimediaplattform Horizon hat sich sehr gut etabliert. Bis Ende September 2014 haben sich in NRW und Baden-Württemberg bereits mehr als 170.000 Kunden für Horizon entschieden. Die Möglichkeit, über Horizon lineares Fernsehen und Onlinedienste zu einem nahtlosen Unterhaltungserlebnis zusammenzuführen, kommt bei unseren Kunden ausgezeichnet an. Die Horizon Go App nutzten Ende Juni 2014 bereits knapp 150.000 Kunden. Für die Horizon-Einführung in Baden-Württemberg sind wir sehr zuversichtlich.

Unitymedia KabelBW hat die maximale Bandbreite auf 200 Mbit/s angehoben. Ist ein immer höheres Download-Tempo wirklich das, was die Kunden wollen? Viele unserer Leser wünschen sich vor allem eine Erhöhung der Upload-Geschwindigkeit. Sind da bei Unitymedia KabelBW schon bald mehr als 10 Mbit/s möglich?

Lutz Schüler: Mit unserer Speed-Erhöhung tragen wir dem veränderten Internet-Nutzungsverhalten unserer Kunden Rechnung. Durch die wachsende Popularität von Streaming-Diensten, von VOD und SVOD-Angeboten sowie durch die steigende Zahl digitaler Endgeräte wie Laptops, Tablets und Smartphones steigt das von Einzelhaushalten angerufene Datenvolumen seit Jahren rasant.

Das durchschnittliche Datennutzungsvolumen pro Kunde liegt bereits bei 50 GB pro Monat. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 54 Prozent. Den Trend zu immer größeren Bandbreiten haben wir früher als andere Anbieter aufgegriffen und unsere Kunden honorieren das. Die Nachfrage nach größeren Upload-Kapazitäten entwickelt sich weniger deutlich, doch auch sie nimmt zu. Aus diesem Grund bieten wir Neukunden seit dem 3. November 2014 Breitband-Produkte mit bis zu 200 Mbit/s im Download und bis zu 10 Mbit im Upload an.

(Jörg Schamberg)

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