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Unitymedia KabelBW bestätigt Preiserhöhung für Bestandskunden ab Februar 2015

Gegenüber onlinekosten.de bestätigte der Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW die Preiserhöhung für Kunden mit vor April 2013 abgeschlossenen Internet-Tarifen. Ab dem 1. Februar 2015 zahlen Kunden 2,90 Euro mehr im Monat. Betroffen ist offenbar eine große Zahl von Kunden.

Internet Telefon TV© Unitymedia

Am Wochenende hatten wir über eine Preiserhöhung für Bestandskunden von Unitymedia (www.unitymedia) mit Alttarifen berichtet. Ab dem 1. Februar 2015 verlangt der in Köln ansässige Kabelnetzbetreiber im Rahmen einer "Preisanpassung" 2,90 Euro monatlich mehr für seine Produkte mit Internet-Flat. Viele Fragen blieben allerdings noch offen. Onlinekosten.de hakte am Montag bei Unitymedia KabelBW nach. Das Unternehmen gab sich allerdings nicht sehr auskunftsfreudig. Die Antworten auf unsere konkreten Fragen fielen meist recht knapp aus.

Mehreinnahmen in Millionenhöhe?

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia Kabel BW bestätigte gegenüber onlinekosten.de, dass es zum Februar 2015 Preisanpassungen bei den Internetprodukten sowohl für Kunden von Unitymedia in Nordrhein-Westfalen und Hessen als auch bei der Schwestermarke Kabel BW in Baden-Württemberg geben wird. "Betroffen sind Kunden deren Vertrag vor dem April 2013 geschlossen wurde", so ein Unternehmenssprecher. Für welche Tarife und wieviel Kunden die Preiserhöhung konkret gilt, wollte Unitymedia KabelBW uns gegenüber nicht mitteilen.

Blickt man jedoch auf die Bilanzzahlen von Unitymedia KabelBW für das zweite Quartal 2013 so ergibt sich folgendes Bild: Zum Zeitpunkt Ende März 2013 zählte der Kabelnetzbetreiber rund 2,3 Millionen Internetkunden. Auch wenn etliche Kunden seitdem in aktuelle Tarife gewechselt sein mögen, ist vermutlich immer noch eine sehr große Zahl von Kunden des Anbieters von der Preiserhöhung betroffen. Durch die "Preisanpassung" genannte Maßnahme könnte Unitymedia KabelBW voraussichtlich zusätzliche Einnahmen in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe erzielen. Betroffene Kunden zahlen in Folge der Preiserhöhung jährlich knapp 35 Euro mehr. Selbst wenn nur eine Million Kunden betroffen wäre, ergäbe dies gleich rund 35 Millionen Euro an Zusatzeinnahmen für den Kabelnetzbetreiber, bei zwei Millionen Kunden entsprechend knapp 70 Millionen Euro.

Bei Tarifwechsel fallen Aktivierungsgebühren an - Begrenztes Treueangebot

Sollten Kunden angesichts der Preissteigerung nicht gleich in einen aktuellen Tarif mit höheren Internet-Bandbreiten wechseln? Nach Angaben von Unitymedia KabelBW wäre ein solcher Tarifwechsel jederzeit möglich. Aber: "Dabei fallen die normalen Aktivierungsgebühren an", so der Sprecher. Sprich: Je nach Tarif kostet der Wechsel den Kunden bis zu 50 Euro für die Aktivierung. Außerdem beginnt die Vertragslaufzeit bei einem Tarifwechsel von Neuem. Die Mindestvertagslaufzeit liegt bei 24 Monaten.

Als "Ente" und somit unwahr erwies sich offenbar der Hinweis in einem Internetforum, dass im Zuge der Preiserhöhung auch die Bandbreiten von langsameren Internettarifen angehoben werden sollen. Genannt wurde als Beispiel eine Beschleunigung von Anschlüssen mit 16 und 20 Mbit/s auf 32 Mbit/s.

Allerdings wurde einigen Bestandskunden offenbar tatsächlich ein Wechsel in ein Paket mit einer Bandbreite von 64 Mbit/s inklusive Horizon-Box angeboten. "Dieses Paket haben wir als spezielles Treueangebot einer begrenzten Anzahl von Kunden unterbreitet, die eine Reihe von Kriterien erfüllen", erklärt das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion. Unsere Vermutung, dass vielleicht Kunden, die zu viel Datentraffic verursachen, kein Upgrade-Angebot erhalten und sich Unitymedia KabelBW bewusst von ihnen trennen könne, wies das Unternehmen zurück.

Kein Widerspruch gegen Preiserhöhung, nur Sonderkündigungsrecht

Wie geht es nun ganz konkret für die betroffenen Kunden weiter? Wird die Preisanpassung stillschweigend akzeptiert, indem Kunden sich nicht bei dem Kabelnetzbetreiber melden, so wird ab 1. Februar der erhöhte monatliche Preis berechnet. Die Vertragslaufzeit läuft unverändert weiter. Kunden können der Preiserhöhung nach Angaben des Unternehmens nicht widersprechen. "Kunden müssen in diesem Fall von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen", erklärt der Sprecher.

Update vom 9. Dezember 2014, 15.25 Uhr: Rechtliche Klärung

Ob die Behauptung seitens Unitymedia KabelBW, dass Kunden der Preiserhöhung nicht widersprechen können, rechtlich haltbar ist, klärt unsere Redaktion derzeit. Wir werden an dieser Stelle informieren, sobald wir entsprechende Rückmeldungen erhalten.

Update vom 9. Dezember 2014, 21:35 Uhr: Anwalt Solmecke bewertet Preiserhöhung bei Unitymedia

Wir haben den Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke um eine Einschätzung einiger juristischer Aspekte der Preiserhöhung bei Unitymedia KabelBW gebeten. Seine Antworten haben wir am Dienstagabend in einem gesonderten Artikel veröffentlicht.

(Jörg Schamberg)

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