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Unitymedia KabelBW: Analoger Sender RTL Nitro ersetzt "Dritte Programme"

Ab dem 10. Dezember verbreitet Unitymedia KabelBW wegen des Streits um Einspeiseentgelte den analogen Sender RTL Nitro statt der landesfremden "Dritten Programme" in seinen Kabelnetzen. In Berlin ist der Sender ProSieben Maxx per DVB-T aufgeschaltet worden.

09.12.2013, 14:25 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Sowohl für Kabel-TV-Haushalte als auch für DVB-T-Nutzer gibt es aktuell Neuerungen im Programm-Angebot. Bereits am 2. Dezember hatte Media Broadcast den Sender ProSieben Maxx in der DVB-T-Region Berlin aufgeschaltet. Ab dem 10. Dezember können zudem TV-Kunden von Unitymedia und Kabel BW in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg den Serien- und Spielfilmsender RTL Nitro auch analog empfangen. Der Sender wird jeweils ein landesfremdes, öffentlich-rechtliches 'Drittes Programm' ersetzen.

Landesfremde Dritte Programme nur noch digital

Wege des Streits um die Einspeiseentgelte zwischen Kabelnetzbetreibern und öffentlich-rechtlichen Sendern speist Unitymedia KabelBW die jeweils landesfremden Dritten Programme nicht mehr in sein analoges Kabelnetz ein. In Nordrhein-Westfalen ersetzt der Free-TV-Sender RTL Nitro ab dem 10. Dezember das Bayerische Fernsehen. In den hessischen Regionen Fulda, Frankfurt und Gießen muss der NDR dem RTL-Sender weichen, in Kassel tritt RTL Nitro an die Stelle des WDR. In Baden-Württemberg verdrängt der Sender die analogen Programme von NDR und MDR.

Der Kabelnetzbetreiber betont, dass die landesfremden Dritten Programme als digitale Version unverschlüsselt "weiter im gesamten Verbreitungsgebiet empfangbar" bleiben. Ein eingeblendetes Laufband informiere auf den betroffenen Sendeplätzen über die Senderneubelegung. RTL Nitro ist schon länger digital empfangbar, seit Mitte Oktober ist zudem RTL Nitro HD in den Kabelnetzen von Unitymedia KabelBW verfügbar.

"Mit der RTL Gruppe pflegen wir eine langjährige erfolgreiche Partnerschaft, in deren Rahmen wir über die reine Belegung von Kapazitäten hinaus zahlreiche neue und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle auf den Weg gebracht haben", kommentiert Klaus Wolf, Vice President Content bei Unitymedia KabelBW, den jetzt erfolgten Schritt. Die öffentlich-rechtlichen Sender würden keinen Wert mehr auf die analoge Verbreitung ihrer Programme legen. Der Trend gehe ohnehin klar zu Digital-TV. Mitte September hatte allerdings der NDR gegen die Ausspeisung im Kabelnetz protestiert. "Mit der Ausspeisung des beliebtesten Dritten ARD-Programms in Nordrhein-Westfalen nach dem WDR Fernsehen verärgert Unitymedia die eigenen Kunden. Wir würden uns freuen, wenn das Unternehmen seine Entscheidung noch einmal überdenkt", hatte damals NDR-Intendant Lutz Marmor kommentiert.

ProSieben Maxx in Berlin per DVB-T

In der Region Berlin profitieren DVB-T-Nutzer seit dem 2. Dezember von dem neu aufgeschalteten Sender ProSieben Maxx, der Spielfilme und Dokumentationen ausstrahlt sowie US-Serien im Original mit deutschen Untertiteln zeigt. Der Sender sei nun das fünfte Programm der Mediengruppe ProSiebenSat.1, das in der Hauptstadt über DVB-T verbreitet werde. Rund 4,9 Millionen Einwohner im Großraum Berlin könnten den Sender per Dachantenne über Kanal 56 empfangen. Media Broadcast verbreitet den neuen Sender über die Senderstandorte Alexanderplatz und Schäferberg. Je nach Empfangsregion stehen in Deutschland per DVB-T bis zu 40 digitale Programme zur Verfügung.

Update vom 11. Dezember, 15:10 Uhr: NDR bezeichnet Ausspeisung als kundenunfreundlich

Am Mittwoch meldete sich NRD-Intendant Lutz Marmor erneut zu Wort und reagierte auf die aktuelle Ausspeisung von landesfremden Dritten Programmen bei Unitymedia KabelBW: "Hier soll offenbar ein Rechtsstreit auf dem Rücken der Zuschauer ausgetragen werden. Das bedauern wir sehr. Das NDR Fernsehen ist das bundesweit beliebteste Dritte. Dass Unitymedia ausgerechnet dieses Programm ausspeist, ist gewiss nicht im Interesse der eigenen Kunden. Ich appelliere deshalb an Unitymedia, die getroffene Entscheidung zu überdenken und das NDR Fernsehen weiterhin analog zu verbreiten."

(Jörg Schamberg)

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