News

Unity Media erwägt Verzicht auf Premiere

Die arena-Muttergesellschaft Unity Media will offenbar ihre Beteiligung an Premiere aufgeben, um die Bundesliga-Vermarktung über Satellit zu sichern.

23.04.2007, 13:01 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Im drohenden Konflikt um die Bundesliga-Übertragungen für Satelliten-Kunden zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die arena-Muttergesellschaft Unity Media will zur weiteren Sicherung der Zusammenarbeit mit Premiere dem Bundeskartellamt offenbar weit reichende Zugeständnisse machen.
Kartellamt stellt Forderungen
Notfalls werde man auf eine Beteiligung am Münchner Pay-TV Sender Premiere verzichten, sagte Unity Media-Geschäftsführer Parm Sandhu am vergangenen Freitag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Wenn die Kartellbehörde dies wünsche, werde man den Forderungen nachkommen. Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer zeigte sich am Montag gegenüber dem Blatt verhalten. Die Zusammenarbeit zwischen arena und Premiere könne nur genehmigt werden, wenn der Wettbewerb nicht in Gefahr sei und die Kunden an den zu erwartenden Gewinnen angemessen beteiligt werden.
In der vergangenen Woche hatte Premiere auf Druck des Kartellamtes die Zusammenarbeit mit arena für Satellitenkunden vorerst auf Eis gelegt. Der Kurs der Premiere-Aktie gab daraufhin deutlich nach. Bestandskunden, die ein arena-Abo über Premiere bereits abgeschlossen haben, sind vorerst nicht betroffen. Bis Ende Mai wollen die beiden ehemaligen Konkurrenten versuchen, ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell auf die Beine zu stellen.
Seit Anfang Februar vermarktet Premiere im Zuge der Kooperation mit arena die Fußball-Bundesliga nicht nur in den Kabelnetzen von Kabel Deutschland, sondern auch über Satellit. Im Gegenzug hatte arena 16,7 Prozent der Premiere-Anteile übernommen. Für die Verwaltung ist ein unabhängiges Finanzinstitut verantwortlich, um jegliche unternehmerische Einflussnahme zu verhindern.
Weiter tiefrote Zahlen
Laut Geschäftsbericht für das vergangene Jahr weist Unity Media weiterhin tiefrote Zahlen aus. Der Umsatz verdoppelte sich zwar im Vergleich zu 2005 auf 870 Millionen Euro, dafür sank der Gewinn vor Steuern von 366 Millionen Euro auf 213 Millionen Euro. Der Verlust stieg im vergangenen Jahr auf 213 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 99 Millionen Euro.
Für das schlechte Konzernergebnis ist in erster Linie der Bundesligasender arena verantwortlich. Der defizitäre Pay-TV Kanal zählt derzeit etwa 1,035 Millionen Kunden. Im ersten Jahr seines Bestehens wurde ein Umsatz von 82,3 Millionen Euro erzielt, jedoch fällt allein auf arena ein Minus von 132,4 Millionen Euro zurück.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang