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United Internet will Versatel komplett übernehmen

United Internet, Mutter des DSL-Providers 1&1, will dessen Konkurrenten Versatel übernehmen. 25,1 Prozent werden bereits gehalten. Das Unternehmen hätte dann das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland.

03.09.2014, 09:30 Uhr (Quelle: DPA)
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Internetanbieter United Internet will den Glasfaserbetreiber Versatel vollständig übernehmen. Für den noch ausstehenden Anteil von 74,9 Prozent zahle United Internet rund 586 Millionen Euro in bar, teilte die Gesellschaft am Mittwoch in Montabaur mit.

Zweitgrößtes deutsches Glasfasernetz

Die Anteile werden derzeit von Fonds gehalten, die von der Private-Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) beraten werden. United Internet ist bereits seit Ende 2012 mit 25,1 Prozent an Versatel beteiligt. Durch die vollständige Übernahme und eine veränderte Bilanzierung sei 2014, nach Transaktionskosten, ein einmaliger Ertrag von etwa 100 Millionen Euro zu erwarten.

Mit dem Verkauf hat KKR nach Angaben aus Firmenkreisen seinen Einsatz von 176 Millionen Euro knapp verdreifacht. Zuletzt hatte die Gesellschaft mit dem Ausstieg beim Aromenhersteller Wild und beim Medienunternehmen ProSiebenSat.1 Kasse gemacht. Der Finanzinvestor hält in Deutschland zudem noch Anteile am Gabelstaplerhersteller Kion, am Fußballclub Hertha BSC und am Metallwarenhersteller WMF.

Mit der durch neue Kredite finanzierten Übernahme erhalte United Internet Zugriff auf das zweitgrößte deutsche Glasfasernetz. Zudem stärke United Internet mit der Übernahme seine Marktposition als zweitgrößter deutscher DSL-Anbieter nach der Deutschen Telekom. Das Unternehmen tritt unter dem Namen 1&1 auf.

Bis Oktober unter Dach und Fach

"Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und beschleunigen können", sagte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth. Versatel sei profitabel und werde im laufenden Jahr rund 548 Millionen Euro umsetzen. In den Ausbau der DSL-Infrastruktur bei Versatel will er bis 2019 etwa 145 Millionen Euro stecken. Versatel bleibe als Marke erhalten und solle eigenständig vom Versatel-Management geführt werden.

Die Übernahme soll im Oktober vollzogen werden. Sie steht aber noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Am Finanzmarkt kam die Ankündigung des Geschäfts gut an: United-Internet-Aktien legten im frühen Handel um 2,65 Prozent zu. Das Unternehmen erwartet durch die vollständige Versatel-Übernahme und eine veränderte Bilanzierung 2014 nach Transaktionskosten einen einmaligen Ertrag von etwa 100 Millionen Euro. Zudem will der Konzern durch DSL-Vorleistungen von Versatel jährlich bis zu 55 Millionen Euro einsparen.

(Peter Giesecke)

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