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United Internet unter Druck

Die Aktie des Konzerns gab vergangene Woche gut 25 Prozent nach. Ein Grund ist eine anstehende Entscheidung der Bundesnetzagentur am morgigen Montag.

21.05.2006, 17:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

United Internet steht unter Druck. Entscheidet die Bundesnetzagentur am Montag gegen den Grosshandelstarif "Net Rental", steigen die Kosten im DSL-Geschäft. Doch der Sturz könnte halb so schlimm werden: die stetig besser werdende Position beim Webhosting kann einiges abfedern.
Nummer 2 bei DSL
United Internet ist in Deutschland die Nummer zwei im Bereich DSL - gleich nach der Telekom. Einen Unterschied zwischen den Leitungen hingegen gibt es nicht - da, wo die Konzernlabels 1&1 oder web.de draufstehen, steckt nicht United Internet drin, sondern (rein technisch) die Telekom. Da der Wettbewerb immer härter wird, kam die Telekom ihren Wiederverkäufern entgegen und offerierte das "Net Rental"-Rabattangebot.
Dieses steht zwar rein theoretisch allen Anbietern zur Verfügung, doch lohnenswert ist es nur für wirklich grosse Retailer. Somit beschränkt sich der Kreis der Nutznießer auf T-Online, United Internet und AOL. Dagegen haben Wettbewerber wie Freenet Beschwerde beim Regulierer eingereicht - und ihre Erfolgsaussichten sind anscheinend recht gut.
Mehrkosten erwartet
United Internet betont zwar, dass sich eine erfolgreiche Beschwerde nicht mehr auf die Zahlen für 2006 auswirken werde. Doch mittelfristig wird sie spürbar sein - die geänderten Grosshandelspreise der Telekom werden bei United Internet mit geschätzten 20 Millionen Euro Mehrkosten zu Buche schlagen. Eine Katastrophe ist das allerdings auch nicht. Der Konzern erwartet ein Umsatz- und Gewinnplus von jeweils 50 Prozent und plant mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einem geschätzten Vorsteuergewinn von 150 Millionen Euro. Da sorgen die 20 Millionen Euro Mehrkosten sicherlich nur kurz für Kopfschmerzen.
Zudem ist der Internetmulti nicht nur im DSL-, sondern auch im Webhostingbereich gut aufgestellt. Circa 2,25 Millionen Webhostingverträge sichern weiter wachsende Einnahmen. Ausserdem rollt United Internet sowohl den US- als auch den britischen Markt auf (wir berichteten). In der vorigen Woche wurde UK-Hostingprovider Fasthosts übernommen, was den Ausbau der Marktführerschaft im Vereinigten Königreich weiter befeuerte.

(Stephan Humer)

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