News

United Internet rutscht tief in die roten Zahlen

Im vergangenen Jahr machte die Muttergesellschaft von 1&1 insgesamt 121,5 Millionen Euro Verlust. Die Zahl der DSL-Kunden wurde auf 2,82 Millionen gesteigert.

25.03.2009, 23:21 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die United Internet AG hat keine guten Nachrichten für ihre Aktionäre. Der Konzern teilte am Mittwochabend in einer ad hoc-Mitteilung mit, 2008 tiefrote Zahlen geschrieben zu haben. Darüber hinaus lief das DSL-Neukundengeschäft mit den Marken 1&1, GMX und web.de zwar durchaus erfolgreich, war aber durch eine hohe Kündigungsquote bei Resale-Anschlüssen gekennzeichnet.
Viele Resale-Kündigungen
Insgesamt konnte United Internet Ende 2008 auf 2,97 Millionen Kundenverträge im Internet-Zugangsgeschäft blicken. Davon entfielen 2,82 Millionen auf DSL-Verträge, was einem Kundenwachstum von 40.000 im vierten Quartal entspricht. Gegenüber Ende 2007 legte die DSL-Kundenzahl um 230.000 zu. Dabei ist zu beachten, dass die Zahl der Komplettpaket-Kunden binnen eines Jahres um 670.000 zulegte, gleichzeitig aber auch viele DSL-Resale-Kunden ihren Vertrag kündigten. Binnen eines Jahres satte 440.000. Allein im vierten Quartal standen 220.000 neuen Komplettpaket-Verträgen 180.000 Resale-Kündigungen gegenüber. In diese Rechnung nicht eingeschlossen sind 60.000 DSL-Kunden, die zum Stichtag auf die Freischaltung ihres Anschlusses warteten. Die Zahl der Webhosting-Kunden lag Ende 2008 bei 3,62 Millionen, wovon 1,93 Millionen im Ausland leben.
Hoher Verlust
Finanziell ist der Internetkonzern im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt machte United Internet einen Verlust von 121,5 Millionen Euro. Verantwortlich für den Verlust seien die Beteiligungen an freenet, Versatel, Drillisch und Goldbach Media, deren Aktienkurse 2008 stark abrutschten. Abschreibungen in Höhe von 275,4 Millionen Euro seien die Folge. Für die Aktionäre des Konzerns aus Montabaur bedeutet das, dass sie in diesem Jahr auf eine Dividende verzichten müssen.
Den Umsatz konnte United Internet 2008 gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 3,2 Prozent auf 318,8 Millionen Euro zu. Für 2009 erwartet das Unternehmen ein leichtes Umsatzwachstum. Das EBITDA soll in etwa auf dem Niveau von 2008 gehalten werden.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang