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United Internet bietet halbe Milliarde für VDSL

Drei Milliarden Euro will die Telekom in ihr VDSL-Netz investieren und dieses vorerst ohne Regulierung betreiben. United Internet will sich nun mit einer halben Milliarde beteiligen.

13.01.2006, 12:52 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Internetdienstleister United Internet, Muttergesellschaft von GMX, 1&1, web.de und Schlund+Partner, will sich an dem geplanten VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom mit bis zu einer halben Milliarde Euro beteiligen. United Internet sei sehr an VDSL interessiert, äußerte sich Konzernchef Ralph Dommermuth gegenüber der "Börsen-Zeitung". Dommermuth verwies bei der genannten Höhe der Beteiligung auf den aktuellen Marktanteil der United Internet im DSL-Geschäft von 17,5 Prozent. Bei den geplanten Investitionen der Telekom von drei Milliarden Euro käme rechnerisch so auf United Internet ein Anteil von 500 Millionen Euro zu.
Dieses Angebot dürfte neuen Stoff für die Diskussion um die Regulierung des bis zu 50 Mbit/s schnellen Glasfasernetzes liefern. Die Telekom fordert, das Netz für mindestens ein Jahr von der Regulierung durch die Bundesnetzagentur freizustellen. Die Gegenseite, vertreten durch Verbände wie VATM oder BREKO, befürchtet eine neue Monopolstellung des rosa Riesen und forderte im vergangenen Dezember eine Öffnung des Netzes für die Konkurrenz. Die EU-Kommission sah das ähnlich und genehmigte die Öffnung des deutschen Breitbandmarktes für mehr Wettbewerb. Wie die Regulierung im Fall VDSL konkret aussehen wird, liegt nun bei der Bundesnetzagentur.
Wer investiert wird nicht reguliert?
Das Angebot von United Internet setzt den Bonner Konzern nun unter Druck. Eröffnen sich theoretisch doch nun ganz neue Möglichkeiten: Eine Monopolstellung des rosa Riesen könnte auf diesem Weg auch ohne eine Regulierung durch die Bundesnetzagentur umgangen werden, getreu dem Motto "Wer investiert wird nicht reguliert". Die Telekom äußerte sich gegenüber der "Börsen-Zeitung" nur vorsichtig. Bis ein konkretes Angebot vorliege, müsse man sich mit der Bewertung zurückhalten, sagte ein Sprecher.
Die restlichen alternativen Anbieter und Telekom-Konkurrenten dürften das Angebot mit Skepsis betrachten und nicht so schnell mit eigenen Angeboten an die Telekom nachziehen, haben sie in der Vergangenheit doch erst kräftig in den Ausbau eigener Netze investiert. Die United Internet kaufte dagegen bislang ihre Dienste als Vorleistung bei der Telekom ein.

(Denise Bergfeld)

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