Börse

United Internet: Bei erfolgreicher 5G-Auktion schrumpft Dividende

Die Aktionäre von United Internet und 1&1 Drillisch müssen sich im Falle einer erfolgreichen Ersteigerung von 5G-Frequenzen auf eine drastische Kürzung der Dividende einstellen. Das Geld wird für den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes gebraucht.

Melanie Zecher, 28.03.2019, 10:13 Uhr (Quelle: DPA)
United Internet© United Internet AG

Montabaur/Maintal - Der Telekommunikationsanbieter und Internetdienstleister United Internet will die Dividende im Falle einer teuren Ersteigerung von Mobilfunkfrequenzen drastisch zusammenstreichen. Sollte die Tochter 1&1 Drillisch, die derzeit um Frequenzen für den kommenden Mobilfunkstandard 5G mitbietet, Lizenzen erhalten, soll die Ausschüttung von United Internet von 80 Cent auf 5 Cent gekappt werden, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Auch bei 1&1 Drillisch würde die Dividende in diesem Fall von 1,60 Euro auf 5 Cent gekürzt.

Aufbau eines eigenen Netzes ist teuer

Mit der Ersteigerung von Frequenzen wäre mitunter der teure Aufbau eines eigenen Netzes verbunden, der viele Investitionsmittel benötigt. Bisher mietet United Internet im Mobilfunk lediglich Netzkapazitäten. Sollte das Unternehmen allerdings keine Frequenzen ersteigern, dann soll die United-Internet-Dividende um 5 Cent auf 90 Cent steigen, bei 1&1 Drillisch um 20 Cent auf 1,80 Euro.

Trotz hoher Ausgaben will die United-Internet-Gruppe mit ihrer Tochter 1&1 Drillisch ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen - aber nicht um jeden Preis. Das Unternehmen beteilige sich an der Auktion der 5G-Frequenzen, "weil wir da eine große Chance für unser Unternehmen sehen", sagte der Vorstandsvorsitzende von United Internet, Ralph Dommermuth, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Allerdings hänge die Entscheidung vom Verlauf der Auktion ab: "Wenn es für uns wirtschaftlich vernünftig funktioniert, wollen wir eigene Frequenzen erwerben. Wenn es nicht vernünftig funktioniert, bleiben wir beim bestehenden Business-Modell."

Knapp eine Million neue Verträge für 1&1 Drillisch

Im laufenden Jahr will United Internet den Umsatz um 4 Prozent steigern und das um die Effekte aus geänderten Bilanzierungsregeln bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 8 Prozent. Das ist jeweils weniger als im abgelaufenen Jahr. Auf vergleichbarer Basis legte der Erlös um 10,1 Prozent zu, inklusive insbesondere der Drillisch-Übernahme um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Mit einem Zuwachs von 970.000 Verträgen hat 1&1 Drillisch das Ziel von 1 Million neuen Kundenanschlüssen nicht ganz erfüllt.

Ende 2018 kam das Unternehmen auf insgesamt 13,54 Millionen Access-Verträge. Davon entfielen 9,2 Millionen auf mobiles Internet sowie 4,34 Millionen auf Breitbandprodukte (ADSL, VDSL und FTTH). Innerhalb des vierten Quartals 2018 verzeichnete der Konzern 10.000 neue Breitband-Verträge sowie 270.000 neue Verträge für mobiles Internet.

Das operative Ergebnis kletterte auf vergleichbarer Basis um 10,5 Prozent. Die Übernahmen eingerechnet war es ein Plus von 22,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Bereinigt um diverse Sondereffekte ging das Konzernergebnis je Aktie um 6 Cent auf 1,96 Euro zurück, weil United Internet mehr Gewinnanteile an Minderheitsaktionäre von Drillisch abgeben muss und an den Finanzinvestor Warburg Pincus, der an der Sparte mit Geschäftsanwendungen beteiligt ist.

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