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Unbestellte SIM-Karten von mobilcom-debitel

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor SIM-Karten der Marke o.tel.o, die im Auftrag von mobilcom-debitel verschickt wurden. Ungewollte Kosten entstehen in der Regel aber nicht.

10.03.2011, 16:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Wer in diesen Tagen eine SIM-Karte der Discount-Marke o.tel.o in seinem Briefkasten findet, diese aber gar nicht bestellt hat, ist damit offenbar nicht allein. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor einer neuen Vertriebsmasche der freenet-Tochter mobilcom-debitel, bei der unaufgefordert SIM-Karten für das Handy verschickt werden.

Unbestellte o.tel.o SIM-Karte im Postkasten

Bereits mehrere Kunden haben sich dem Vernehmen nach bei den Verbraucherschützern gemeldet, weil sie eine Prepaid-Karte von o.tel.o erhalten haben - ohne diese jemals bestellt zu haben. Die Empfänger der Postsendung hätten glaubhaft versichert, weder Kontakt zu mobilcom-debitel aufgenommen noch einen Anruf von dem Unternehmen erhalten zu haben, heißt es weiter.

Zwar warnen die Verbraucherschützer davor, die SIM-Karte zu nutzen, zu beachten ist aber, dass die Prepaid-Karten ohnehin nur dann verwendet werden können, wenn Guthaben nach Verbrauch des Startguthabens aufgeladen wird. Empfänger der SIM-Karten laufen entgegen der Darstellung der Verbraucherzentrale nicht Gefahr, einen langfristigen Laufzeitvertrag abzuschließen. Bei Prepaidkarten werden in der Regel keine Grundgebühren oder monatliche Fixkosten fällig. Nur wer sein Guthaben aktiv auflädt, investiert Geld - und das bewusst. Richtig teuer könnte es schon eher werden, wenn die auf dem Anschreiben angegebene 0900-Nummer angerufen wird.

Zweifelhafte Vertriebsstrategie

Trotzdem muss die neue Vertriebsstrategie von mobilcom-debitel zumindest kritisch hinterfragt werden. Zwar verliert das Unternehmen seit einigen Quartalen immer wieder viele Kunden, einfach SIM-Karten an Haushalte in Deutschland zu schicken ist dennoch der falsche und vor allem ein wettbewerbsrechtlich bedenklicher Weg. Entsprechend rät auch die Verbraucherzentrale bei mobilcom-debitel gegen die Zusendung der SIM-Karte Widerspruch einzulegen. Zwischenzeitlich hat mobilcom-debitel unserer Redaktion eine Stellungnahme zukommen lassen, in der das Unternehmen der Darstellung vehement widerspricht, es handele sich um eine neue Vertriebsmasche.

Bei o.tel.o werden alle nationalen Gespräche rund um die Uhr mit 9 Cent pro Minute abgerechnet. Ebenfalls 9 Cent kostet der Versand einer SMS. Genutzt wird das Netz von Vodafone.

(Hayo Lücke)

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