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Umstrittener Hersteller von Späh-Software macht Zugeständnisse

Nach Beschwerden von Menschenrechtlern gegen die Überwachungssoftware-Firma Gamma hat deren deutscher Geschäftsführer Martin Münch bessere Kontrollen angekündigt. Diese hatten der Firma vorgeworfen, autokratische Regime mit Späh-Software zu unterstützen.

09.02.2013, 18:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Nach Beschwerden von Menschenrechtlern gegen die Überwachungssoftware-Firma Gamma hat deren deutscher Geschäftsführer Martin Münch bessere Kontrollen angekündigt. Ein Verhaltenskodex solle den Export der Software in Länder ausschließen, die Menschenrechte verletzen, sagte Münch der "Süddeutschen Zeitung". Gamma sei mit zwei Menschenrechtsgruppen in Kontakt, die in Grenzfällen als Berater mitarbeiten sollen. Namen nannte Münch jedoch nicht.

"Software foltert keine Leute"

Reporter ohne Grenzen und andere Menschenrechtsorganisationen hatten am Mittwoch offiziell bei der OECD Beschwerde gegen Gamma sowie die Trovicor GmbH in München eingelegt. Sie sollen "Software in Länder exportiert haben, wo Menschenrechte und Pressefreiheit systematisch unterdrückt werden", hieß es zur Begründung. Beide Firmen wiesen die Vorwürfe zurück.

Münch sagte der Zeitung, die Skandalisierung seines Unternehmens überrasche ihn. "Software foltert keine Leute." Er könne die Aufregung nicht verstehen. "Ich finde es gut, dass die Polizei ihren Job macht." Das autokratische Regime des Königreichs Bahrain hatte versucht, Oppositionelle mit einem Trojaner zu überwachen, der Spuren des Gamma-Produkts Finfisher trägt. Gamma hatte früher in dem Zusammenhang erklärt, eine Demoversion für Kunden sei gestohlen worden.

(Christian Wolf)

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