Login-Daten, Online-Konten, Verträge

Umfrage: Nur wenige kümmern sich um das digitale Erbe

Das digitale Erbe ist nach wie vor etwas, womit viele Internetnutzer sich nicht auseinandersetzen, so das Ergebnis einer Umfrage. Dabei gehen Verträge zu Streaming-Diensten wie Netflix nach dem Tode auf Angehörige über.

VertragDer Bitkom-Umfrage zufolge haben nur Nur 13 Prozent der Internetnutzer ihren digitalen Nachlass vollständig geregelt.© pojoslaw / Fotolia.com

Das digitale Erbe, also Hinterlassenschaften aus sozialen Netzwerken und Login-Daten zu Smartphones, usw. und auch Verträge zu kostenpflichtigen Online-Diensten wie Netflix und Co. gehen seit einem Urteil 2018 auf die Erben über, sofern zu Lebzeiten nichts anderes bestimmt wurde. Dennoch beschäftigt sich nur ein geringer Teil der Deutschen mit dem Thema: Nur 13 Prozent der Internetnutzer haben ihren digitalen Nachlass vollständig geregelt. Weitere 18 Prozent haben sich zumindest teilweise darum gekümmert. 65 Prozent geben jedoch an, für den Fall ihres Todes in diesem Bereich nicht vorgesorgt zu haben, hat eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben.

Erben über bestehende Verträge informieren

Jeder Internetnutzer sollte sich frühzeitig mit seinem digitalen Nachlass beschäftigen, rät Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder, auch um Verwandten den zusätzlichen emotionale Stress zu nehmen. Dabei sollte dafür gesorgt werden, dass kostenpflichtige Dienste schnell und unkompliziert gekündigt werden können. Doch dazu müssten die Erben erst einmal wissen, welche Verträge und Profile überhaupt bestehen.

Das Problembewusstsein um das digitale Erbe sei aber gestiegen: 2017 waren es noch 80 Prozent, die sich nicht um ihren digitalen Nachlass gekümmert haben.

Viele Nutzer wünschen sich eine gesetzliche Regelung

71 Prozent der Befragten, die ihren digitalen Nachlass teilweise oder vollständig geregelt haben, haben bei einem Familienangehörigen oder einer Vertrauensperson die Zugangsdaten zu Geräten und Online-Diensten hinterlegt. 54 Prozent haben eine Vollmacht gegenüber dem Internetdienstleister bzw. der Online-Plattform ausgestellt, jeder Vierte (25 Prozent) hat testamentarisch vorgesorgt. 16 Prozent haben einen externen Anbieter damit beauftragt, im Falle ihres Todes ihre Online-Konten zu löschen.

Ein Großteil der befragten Internetnutzer (64 Prozent) würde allerdings bevorzugen, wenn es gesetzliche Regelungen zum digitalen Nachlass gäbe. 6 von 10 Befragten (60 Prozent) gaben an, sie würden sich zwar gern darum kümmern, allerdings hätten sie zu wenige Informationen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) ist sich außerdem darüber im Klaren, dass der Umgang mit dem digitalen Nachlass für die Angehörigen eine hohe emotionale Belastung darstellt.

Jeder dritte Internetnutzer (36 Prozent) möchte, dass seine Profile in sozialen Netzwerken auch nach seinem Tod bestehen bleiben. Jeder Vierte (27 Prozent) findet das Thema unangenehm und setzt sich ungern damit auseinander. 23 Prozent halten es für unwichtig.

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Diana Schellhas

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