Security

Umfrage: Deutsche sind Passwörtern zu treu

Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands BITKOM ändern 41 Prozent der Anwender ihre wichtigsten Zugangscodes nie freiwillig. Nur jeder Sechste verhält sich richtig und ändert sie wenigstens einmal im Quartal.

29.06.2010, 09:23 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Cyber-Kriminelle versuchen immer öfter, neben den Zugangsdaten zu Bankkonten auch die Passwörter für E-Mail-Konten, soziale Online-Netzwerke oder Auktionsplattformen zu stehlen. Viele Deutsche machen es ihnen dabei auch noch leichter, indem sie ihre Passwörter nie oder viel zu selten ändern.

41 Prozent ändern nie freiwillig

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergab, dass 41 Prozent der Bundesbürger aus eigener Initiative niemals ihre wichtigsten Zugangscodes verändern. Nur jeder Sechste (17 Prozent) verhält sich richtig und ändert seine Geheimzahlen und Passwörter für Online-Konten, E-Mail-Postfächer, Internet-Shops, PC oder Handy wenigstens einmal im Quartal.

"Viele Deutsche leben nach dem Motto: Ein gutes Passwort hält ein Leben lang", kommentiert Dieter Kempf vom BITKOM-Präsidium. Doch Treue zahle sich bei Passwörtern nicht aus. Die Wichtigsten sollten alle drei Monate geändert werden. Das erschwert Online-Kriminellen die Arbeit, wenn sie versuchen, die digitale Identität der Nutzer anzugreifen.

Jeder zwölfte (8 Prozent) ändert seine Zugangscodes nur alle paar Jahre, jeder neunte (11 Prozent) immerhin jährlich. 6 Prozent wechseln im Schnitt halbjährlich ihre Kennwörter, 9 Prozent quartalsweise, 7 Prozent monatlich, jeder hundertste gar wöchentlich. Private Nutzer und Unternehmen seien gleichermaßen gefordert. Die Firmen sollten die Computer ihrer Mitarbeiter so einstellen, dass Kennwörter regelmäßig geändert werden müssen. Zudem sollte es Vorgaben zur Mindestlänge und dem Schwierigkeitsgrad des Passwortes geben.

Frauen argloser als Männer

Frauen ändern nach eigenen Angaben ihre wichtigsten Kennwörter noch seltener als Männer: 45 Prozent tun dies nie, bei den Männern sind es nur 38 Prozent. Nur 12 Prozent nehmen Änderungen mindestens einmal im Quartal vor (Männer: 24 Prozent). Sensibilisiert sind Jugendliche und junge Erwachsene bis 29 Jahre. Gut jeder Vierte (27 Prozent) aus dieser Altersgruppe ändert seine wichtigsten Kennwörter mindestens quartalsweise. Bei den Senioren über 60 Jahren sind es wiederum nur rund 4 Prozent.

"Die meisten Menschen ändern ihre Passwörter zu selten, oft aus Arglosigkeit oder weil sie befürchten, sie zu vergessen", so Kempf. Eine bequeme und sichere Lösung zur Passwort-Verwaltung sind "Passwortsafes". Diese Programme werden entweder auf einem verschlüsselten Bereich der Festplatte gespeichert oder über USB-Sticks oder Smartcards mit dem Rechner verbunden. Sie erstellen automatisch schwer zu entschlüsselnde Passwörter udn speichert diese zudem noch verschlüsselt. Der Nutzer muss sich auf diese Weise nur noch ein möglichst sicheres Haupt-Passwort merken.

(Michael Posdziech)

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