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Ultrabooks 2012. Sinkende Preise & 50 neue Geräte

Zusammen mit den vier ersten Ultrabook-Herstellern - Acer, Asus, Lenovo und Toshiba - präsentierte Intel in Hamburg das Konzept und die Geräte. Der Startschuss ist bereits gefallen, richtig los geht es 2012.

25.11.2011, 08:12 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Intel hat in diesem Jahr nicht nur den 40. Geburtstag des Mikroprozessors gefeiert, sondern auch eine neue Geräteklasse aus der Taufe gehoben: das Ultrabook. Gemeint sind besonders schlanke und leichte Notebooks, die eine Reihe von Kriterien erfüllen, die Intel den OEM-Herstellern auferlegt hat. Seit einigen Wochen sind nun die ersten Ultrabooks zu haben; bevor HP kürzlich das Folio 13 vorstellte, waren es vier Hersteller, die sich am Konzept beteiligten: Acer, Asus, Lenovo und Toshiba. Mit ihnen präsentierte sich Intel am Donnerstag in Hamburg.

Schnell einsatzbereit, lange Standby-Zeit

Die Bezeichnung "Ultrabook" hat sich der Halbleiterhersteller als Marke eintragen lassen. Sind die derzeitigen Kriterien wie eine Bauhöhe von maximal 18 Millimetern (mm) bei einem 13-Zoll-Display, ein Gewicht von maximal 1,5 Kilogramm (kg) und das Aufwachen aus dem Ruhezustand innerhalb von 7 Sekunden nicht erfüllt, kann ein Anbieter seinen Laptop auch nicht als "Ultrabook" bezeichnen. Zudem sollen die Hersteller in ihrem Portfolio immer ein Produkt für unter 1.000 Euro führen. Künftig wird die Kriterienliste erweitert, kommende Ultrabooks werden auch Elemente wie einen Touchscreen oder eine "Always-on"-Funktion umfassen, wie Hans-Jürgen Werner, Leiter des Consumer Segments bei Intel, ausführte. Die Idee: Das Notebook soll permanent auf Empfangsbereitschaft sein, zum Beispiel um E-Mails abzurufen, aber trotzdem eine lange Standby-Zeit bieten. Bis zu 10 bis 20 Tage peilt Intel an. Ultrabooks wären dann so ausdauernd und spontan einsetzbar wie Tablets. Realisierbar soll das aber erst in rund 15 Monaten sein.

Damit die Produkte zum Erfolg werden, hat Intel "viel Geld in die Hand genommen". 300 Millionen US-Dollar investierte das Unternehmen in Hersteller, die an Hardware und Software für die Geräte arbeiten. Mitte November kamen 100 weitere Millionen für den AppUp Fund hinzu, um Software-Entwickler zu fördern. Intels Applikationsstore soll im kommenden Jahr unter anderem um eine Kategorie für Ultrabooks ergänzt werden.

2012 wird sich außerdem die Zahl der Geräte deutlich vergrößern. Intel erwartet rund 50 neue Modelle. Gespannt darf man auf die Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas sein, auf der sicherlich schon das eine oder andere neue Modell in Aussicht gestellt werden wird. Neben Touchscreens spendieren die künftigen Ultrabooks auch optische Laufwerke und größere Bildschirme. Welche Formfaktoren und Bauweisen sich die Anbieter einfallen lassen werden, bleibt abzuwarten.

Intel: Nachfrage übersteigt das Angebot

Noch wollten die vier Ultrabook-Hersteller nichts über die nächsten Geräte verraten – schließlich ist der Verkauf der allerersten Modelle ja auch gerade erst angelaufen. Die Startpreise liegen bei 799 bis 1.099 Euro, wobei Acer das günstigste Gerät und Toshiba derzeit die teuerste Variante verkauft. Wie Intel mitteilte, übersteigt aktuell die Nachfrage das Angebot.

Auch Emmanuelle Billard von Lenovo berichtete, dass für das IdeaPad U300s für 999 Euro mehr Aufträge vorlägen als Stückzahlen lieferbar seien. Das Ultrabook sei zunächst nur bei Euronics zu haben, die erste Lieferung sei gerade angelaufen. Ab Januar soll sich der Laptop dann weiter im Handel ausbreiten. Zunächst ist in Deutschland übrigens nur die graue Variante erhältlich. Wann beziehungsweise ob die Sonderedition in Orange nach Deutschland kommt, ist noch unklar. Geplant sind aber zwei weitere Kandidaten aus der U-Reihe: Das U300E soll anstelle einer SSD, so wie sie das U300s bietet, eine herkömmliche Festplatte und außerdem ein DVD-Laufwerk integrieren. Ein echtes Ultrabook ist das Gerät nicht, optisch sieht es aber genauso aus wie das U300s. Der Preis steht noch nicht fest, wird aber unter dem des Ultrabooks liegen. Hinzu kommt ein IdeaPad U400 mit größerem Display, das sich aber auch nicht Ultrabook nennen darf. Acers Aspire S3 ist ebenfalls bereits auf dem Markt. Der Verkauf ist laut Alexandra Böckelmann, PR-Managerin von Acer, etwas "verhaltener" angelaufen als erwartet, allerdings ist das Subnotebook auch erst seit knapp vier Wochen im Handel. Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass es die Ultrabooks pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Verkauf geschafft haben.

Im kommenden Jahr sollen die Preise für die Ultrabooks sinken; ab 700 bis 800 Euro sollen sie dann erhältlich sein. Als Zeitpunkt nannte Intel die zweite Jahreshälfte. Um niedrigere Verkaufspreise zu ermöglichen, will der Chip-Hersteller auch die Preise für seine Prozessoren entsprechend anpassen.

(Saskia Brintrup)

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