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Ultimatum: Iran will Kommunikationsprogramme auf Smartphones verbieten

Innerhalb von vier Wochen soll der iranische Kommunikationsminister die Smartphone-Programme Viber, Tango und WhatsApp blockieren. Das fordert der iranische Oberstaatsanwalt. Andernfalls werde die Staatsanwaltschaft selbst aktiv.

22.09.2014, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Fast alle Kommunikationsprogramme auf Smartphones sollen im Iran verboten werden. Die iranische Oberstaatsanwaltschaft forderte den Kommunikationsminister auf, innerhalb eines Monats die im Iran äußerst beliebten Smartphone-Kommunikationsprogramme Viber, Tango und WhatsApp zu blockieren. Sonst werde die Staatsanwaltschaft dies über ihre eigene Kanäle tun, berichtete die Nachrichtenagentur ISNA am Samstag.

Machtkampf zwischen islamischem Establishment und gemäßigter Regierung

Mit dieser Entscheidung geht die Internet-Paranoia im Iran in die nächste Runde. Die Behörde für Internetkriminalität hatte schon Anfang des Jahres ein Verbot der Kommunikationsprogramme gefordert. Über diese Programme könnten Informationen im Ausland landen, was für das Land eine große Gefahr werden könnte. 

Die Regierung von Präsident Hassan Ruhani ist für eine Aufhebung der Internetzensur. Ihrer Ansicht nach sollten alle Iraner freien Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter haben. Das islamische Establishment sieht diese Netzwerke jedoch als Spionageapparate der USA und eine Mitgliedschaft als Sünde.

(Jörg Schamberg)

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