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Überwachungskamera der Polizei gehackt

Mit Hilfe einfachster Technik gelang es einem Wiener Verein, Überwachungsvideos der österreichischen Polizei zu empfangen.

30.12.2005, 12:14 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Seit Anfang 2005 erst ist es der österreichischen Polizei erlaubt, öffentliche Plätze mit Videokameras zu überwachen. Der Verein "Quintessenz" hat sich die "Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter" zum Ziel gesetzt und in Wien eine Überwachungskamera der Polizei gehackt, berichtet "Spiegel Online". Auf dem seit gestern in Berlin stattfindenden Chaos Communication Congress, der Jahrestagung des Chaos Computer Clubs, informierten die Hacker aus Österreich das erste Mal die Öffentlichkeit von ihrer Aktion.
Fremde Zimmer beobachtet
Die Wiener Polizei soll bei ihrer Überwachungsaktion nicht nur den Platz im Auge behalten haben, sondern auch die umliegenden Häuser. Wenn nichts los gewesen sei, hätten die Polizisten mit der ferngesteuerten Kamera in fremde Zimmer geschaut, wusste Quintessenz-Vereinsmitarbeiter Adrian Dabrowski gegenüber "Spiegel Online" zu berichten.
Polizei funkte mit veralteter Technik
Kein Wunder, dass der Verein Quintessenz die Kamera hacken und den Spanner-Polizisten auf die Spur kommen konnte: Die Technik, welche die österreichische Polizei für ihr Überwachungssystem am Wiener Platz verwendete war total veraltet und ungenügend abgesichert. Die fernsteuerbare Videokamera übertrug ihr Bild per Funk in ein Polizeifahrzeug und das auch noch analog. Die Kamera funkte mit einer Frequenz von 2,3 Gigahertz, ein Bereich, der die für Polizei reserviert ist.
Überwachen der Kamera ganz einfach
Um nun einen heimlichen Blick auf die Kamera-Bilder werfen zu können, genügt ein analoger Satellitenreceiver, eine passende Antenne und ein so genannter Copy Enhancer, der analoge Kopiersperren außer Kraft setzt. Voraussetzung beim Kauf des Satellitenreceivers ist, dass das Frequenzband breit genug sein muss. "Quintessenz" erstand ein Gerät bei eBay für 15 Euro, das Frequenzen von 700 Megahertz bis 2,7 Gigahertz abdeckte. Mit dem technischen Equipment postierten sich die Vereinsmitglieder in einem Auto am Wiener Platz. Die Bilder der Überwachungskamera seien plötzlich und natürlich nur "versehentlich" auf dem Monitor der Vereinsmitglieder aufgetaucht.

(Denise Bergfeld)

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