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Übernahme von Freenet und Versatel muss warten

Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet, hat sich in einem Interview mit dem "Handelsblatt" gegen eine baldige Übernahme der Konkurrenten freenet und Versatel ausgesprochen. An beiden Unternehmen hatte United Internet in den letzten Wochen Aktienpakete erworben.

17.12.2007, 12:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Es ist ein äußerst wechselvolles Spiel, das sich die großen Player im deutschen DSL-Sektor derzeit bieten. Übernahme von Konkurrenten? Ja, nein... vielleicht. Derzeit steht die Ampel für eine Übernahme der DSL-Provider freenet und Versatel wieder auf gelb. Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender des Konkurrenten United Internet, der Anteile an beiden Unternehmen hält, hat einige der aktuell gültigen Planungen jetzt in einem Interview mit dem "Handelsblatt" bekanntgegeben.
Derzeit keine Übernahmepläne
Die Aktienkurse von freenet und Versatel sind in den letzten Wochen aufgrund von Übernahmephantasien an den Aktienmärkten gestiegen. Daher sieht Dommermuth derzeit auch nicht den Zeitpunkt für eine Komplettübernahme beider Unternehmen, da der Preis dafür im Moment schlicht zu hoch ist. Eine weitere Aufstockung der Anteile an beiden Unternehmen kann sich der Chef von United Internet eher mittel- oder langfristig vorstellen. United Internet würde freenet jedoch erst nach einer Abspaltung des Mobilfunkbereichs übernehmen. Onlinekosten.de hatte bereits im November berichtet, dass Drillisch als Partner den Mobilfunkbereich übernehmen könnte.
"Solange der DSL-Markt stark wächst, es quasi Brei regnet, sollte man den Löffel hinhalten und alle Energie ins organische Wachstum lenken", so Dommermuth. Überlegungen zur Erzielung von Synergieeffekten müßten erst bei einer Abkühlung des Marktes in den Vordergrund treten. Daher gebe es zur Zeit auch keine Kooperationsgespräche mit freenet und Versatel. United Internet profitiert also erst einmal nur wirtschaftlich durch seine Anteile an den beiden Konkurrenten.
Anteile von jeweils 20 Prozent
United Internet hatte in den letzten Wochen eine vielbeachtete Einkaufstour begonnen. Ende November hatte der Internetkonzern aus Montabaur 20,05 Prozent an dem Berliner DSL-Provider Versatel erworben. Bereits im September hatte United Internet zusammen mit Mobilfunkanbieter Drillisch eine Holding namens MSP gegründet, die eine Übernahme von freenet vorbereiten sollte. Mitte November hatte United Internet dann jedoch einseitig die bereits begonnenen Gespräche mit freenet angebrochen. Dennoch erhöhte United Internet am 14. Dezember zusammen mit Drillisch die Aktienbeteiligung an freenet auf 20,05 Prozent.

(Jörg Schamberg)

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