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Ubuntu on Tablets: Handy- neben Tablet-App auf einem Bildschirm

Canonical hat am Dienstag eine Ubuntu-Version für Tablets vorgestellt, die sich nur über Wischgesten bedienen lässt. Um in mehreren Anwendungen gleichzeitig arbeiten zu können, wird der Bildschirm zweigeteilt.

20.02.2013, 17:54 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Canonical hat am Dienstag eine Ubuntu-Version für Tablets vorgestellt, die sich nur über Wischgesten bedienen lässt. Um in mehreren Anwendungen gleichzeitig arbeiten zu können, wird der Bildschirm zweigeteilt. Im kleineren Bereich läuft dann die für das Smartphone im Hochformat entwickelte Anwendung. Was sich besonders nutzerfreundlich ausmacht, muss aber erst die Unternehmen überzeugen. Canonical hat noch keinen Hardware-Partner vorgestellt. Offensichtlich will Canonical das Ubuntu-Tablet auch Unternehmen verkaufen, denn viele Funktionen richten sich speziell an diese.

Tablet-App neben Smartphone-App

Tasten wird man auf den Ubuntu-Tablets nicht finden, auch nicht in Form von Soft-Buttons auf dem Touchscreen. Alle wichtigen Funktionen sind erreichbar, indem der Nutzer mit dem Finger von einer der vier Seiten in Richtung Bildmitte wischt. Mit einem Fingerstreich von links werden die Lieblingsapps ins Bild gezogen. Diese Leiste funktioniert wie das Unity-Startmenü des Desktop-Ubuntu oder wie das Dock in anderen Betriebssystemen.

Anwendungen erscheinen im Vollbildmodus. Mit einem Wisch lässt sich eine Anwendung aber in einen kleineren Seitenbereich ziehen, sodass zwei Apps nebeneinander zu sehen sind. Die Anwendung links bleibt im großräumigen Querformat, während die App rechts im Hochformat erscheint – so wie sie für Smartphones entwickelt wurde. Auf diese Weise lässt sich mit Freunden das gleiche Video schauen und zeitgleich nebendran chatten. Canonical nennt dieses Konzept "Side Stage".

Android- und Blackberry-Apps schnell portiert

Bei Tablets mit genug Rechenkraft lassen sich auch Tastatur und Maus anschließen. Wie an einem Desktop-Rechner können dann die einzelnen Fenster nach Belieben angeordnet werden. Um den Nutzer eines Ubuntu-Tablets zu schützen, müssen sich weitere Nutzer mit einem eigenen Konto einloggen. Zudem werden Festplatte und Daten komplett verschlüsselt. Unternehmensdaten sind somit jederzeit sicher.

Genug Anwendungen soll es zum Start auch geben. Für den Nutzer macht es keinen Unterschied, ob eine App auf dem Tablet installiert wurde oder ob sie als Webapp im Browser läuft. Anwendungen können in HTML5 geschrieben werden, aber auch in C oder C++. Apps für Android und Blackberry sollen sich daher schnell portieren lassen.

Nicht vor 2014

Die Entwicklung der Hardware überlasst Canonical anderen: Das Tablet-Display kann zwischen 6 und 20 Zoll groß sein und eine Punktdichte von 100 bis 450 Pixel pro Zoll (ppi) aufweisen. Ein Dual-Core-Cortex-A15-Prozessor, 2 Gigabyte RAM und 8 Gigabyte interner Speicher sind die Mindestanforderungen. Es werden sich die gleichen Treiber nutzen lassen wie auf Android-Tablets. Mit einem Quadcore-Prozessor im Inneren kann auch die Desktop-Version von Ubuntu auf dem Tablet laufen. Über Citrix, VMware und Wyse lassen sich dann auch Windows-Anwendungen nutzen.


Die "Touch Developer Preview" steht ab Mittwoch, dem 21. Februar, zum Download bereit, sie kann auf einem Nexus 7 und auf einem Nexus 10 installiert werden. Ubuntu on Tablets wird auch im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) gezeigt (Stand 81D30, App Planet Hall 8.1). Mit den ersten Geräten ist aber nicht vor 2014 zu rechnen. Dann soll es auch nur noch eine Ubuntu-Version für alle Geräte geben: Desktop, Tablet, Smartphone und Fernseher.

(Peter Giesecke)

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