Meinungsmanipulation im Netz

Twitter will Wahlwerbung transparenter machen

Twitter will in einem "Transparenz-Center" bei Wahlwerbung künftig anzeigen, wer diese bezahlt und welche Nutzergruppen erreicht werden sollen. Twitter reagiert damit auf die Diskussion um die angebliche russische Meinungsmanipulation in sozialen Netzwerken.

Jörg Schamberg, 25.10.2017, 10:20 Uhr (Quelle: DPA)
Twitter© preto_perola / Fotolia.com

San Francisco - Nach dem Wirbel um mutmaßlich russische Meinungsmanipulation im Internet verspricht Twitter mehr Transparenz bei Werbeanzeigen. Insbesondere bei Wahlwerbung solle in einem "Transparenz-Center" unter anderem eingesehen werden können, von wem sie bezahlt wurden und auf welche Nutzergruppen die Anzeigen ausgerichtet waren. Grundsätzlich bei allen Anzeigen sollen Nutzer der erfahren können, wie lange eine Werbekampagne läuft, und welche davon auf sie persönlich zugeschnitten wurden, erklärte Twitter am späten Dienstag.

Bezahlte Twitter-Nachrichten

Bei Twitter kann man Geld dafür bezahlen, dass ausgewählte Twitter-Nachrichten im Nachrichtenstrom von Nutzern auftauchen, auch wenn sie dem Absender nicht folgen. Dabei kann man die Anzeigen auf bestimmte Regionen und Nutzerkategorien ausrichten. Twitter stellte zuletzt fest, dass mutmaßlich aus Russland betriebene gefälschte Twitter-Profile in den USA Tweets mit politischen Botschaften verbreiteten, die Spannungen zwischen sozialen und ethnischen Gruppen anheizen sollten.

Die russische Beeinflussung der öffentlichen Meinung in den USA über soziale Medien wie Twitter und Facebook soll kommende Woche auch Thema einer Anhörung im US-Kongress werden. Die Unternehmen wollen mögliche neue Regulierung vermeiden, auch Facebook kündigte bereits Maßnahmen für mehr Transparenz an.

Transparenz-Pläne nur für eindeutig erkennbare Wahlwerbung

Twitter machte allerdings deutlich, dass die Transparenz-Pläne ausschließlich eindeutig erkennbare Wahlwerbung mit der Nennung von Kandidaten oder Parteien betreffen, die in den Monaten vor einer Abstimmung verbreitet werden. Die bisher bekanntgewordenen mutmaßlich russischen Tweets waren selten als solche erkennbar, sondern tarnten sich als Beiträge einzelner Nutzer oder Organisationen. Damit würden sie in dieser Form von dem Transparenz-System nicht erfasst werden.

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