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Twitter will mit deutschen Unternehmen in die Gewinnzone

Twitter teilt bisher noch das Schicksal vieler Online-Dienste: Trotz Millionen von Nutzern sind die Einnahmen mager. Nun will der US-Dienst endlich in die Gewinnzone - und setzt dabei auch auf zahlungskräftige Firmen aus Deutschland, die als Anzeigenkunden gewonnen werden sollen. Das berichtet am Freitag das "Handelsblatt".

31.01.2014, 17:31 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

In seinen Anfangsjahren wurde Twitter noch als launiges Spielzeug hyperaktiver Nerds verlacht. Inzwischen zählt eine Präsenz bei dem Kurznachrichtendienst bei vielen Unternehmen aber zu den Standards der Eigendarstellung im Social Web. Twitter selbst ringt derweil immer noch um ein tragfähiges Geschäftsmodell - trotz Börsengang und über 230 Millionen Nutzern weltweit. Inzwischen hat die Führung des US-Unternehmens aber offenbar einen Masterplan, um in die Gewinnzone zu kommen. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" stehen dabei vor allem ausländische Firmen als Anzeigenkunden im Fokus.

Abhängigkeit vom US-Markt reduzieren

Diese sollen nicht nur zusätzliches Geld in die Kassen spülen, sondern auch die einseitige Abhängigkeit des Dienstes vom US-Geschäft reduzieren. Dort werden bisher drei Viertel aller Umsätze generiert. Um die Monetarisierung des deutschen Marktes voranzutreiben, soll ein neues Vertriebsteam hiesige Unternehmen als Werbekunden gewinnen. Noch befindet sich die Sparte aber im Aufbau. Derzeit rekrutiere man einen Geschäftsführer, der dann eine entsprechende Abteilung zusammenstellen solle, sagte Twitter-Manager Ali Jafari dem Blatt. Zunächst werde diese lediglich aus wenigen Mitarbeitern bestehen; eine Erweiterung sei aber vorgesehen, sobald man das Potenzial des Marktes einschätzen könne.

Hauptaufgabe des Teams wird es zunächst sein, Beziehungen zu großen Firmen aufzubauen beziehungsweise zu pflegen. Dabei gehe es nicht zuletzt ebenso darum, für eine Twitter-Nutzung unter den 100 größten deutschen Konzernen zu werben. Erst in einem zweiten Schritt sollen weitergehende Marketing-Aktivitäten anlaufen. Auch prominente Werbeagenturen mit eigenen Etats sind in dieser Phase als Ansprechpartner vorgesehen.

Geld verdienen will Twitter durch die Vermarktung sogenannter "promoted tweets" – bezahlte Kurznachrichten, die eine besonders hohe Reichweite auf der Plattform genießen. Darüber hinaus ist es möglich, gegen Gebühr einen Platz in der Liste der populären Themen beziehungsweise Trends zu ergattern. Regulär werden dort aufgeführte Schlagworte über die Aktivitäten der Twitter-Nutzer generiert. Ein weiteres kostenpflichtiges Angebot für Firmen besteht darin, Hilfe beim Aufbau einer eigenen Fangemeinde zu leisten.

(Christian Wolf)

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