Fehler?

Twitter räumt problematischen Umgang mit Kundendaten ein

Twitter hat Mailadressen und Telefonnummern von Kunden dazu genutzt, personalisierte Werbung auszuspielen. Es soll sich um einen Fehler gehandelt haben. Welche Daten konkret an wen geflossen sind, kann Twitter nicht sagen.

Twitter© Twitter Inc.

San Francisco - Twitter hat einen problematischen Umgang mit Nutzerdaten eingeräumt. Der Dienst nutzte Telefonnummern und E-Mail-Adressen, die von Nutzern für Sicherheitszwecke hinterlegt wurden, auch zum Schalten von personalisierter Werbung. Kunden müssten damit rechnen, dass "diese Daten möglicherweise versehentlich für Werbezwecke verwendet" wurden, teilte Twitter mit.

Welche Daten sind geflossen und an wen?

Dies sei "speziell in unserem Werbesystem für maßgeschneiderte Zielgruppen und Partnerzielgruppen der Fall". So könnten Werbekunden von Twitter an Telefonnummern und Mail-Adressen von Nutzern des Kurznachrichtendienstes gelangt sein. Sicher nachvollziehen, ob und in welchem Ausmaß Daten geflossen sind, kann Twitter aber offenbar nicht - entschuldigt sich aber bei seinen Nutzern. Personenbezogene Daten seien in keinem Fall an Werbepartner weitergegeben worden.

Es habe sich um einen Fehler gehandelt, der am 17. September behoben worden sei, erklärte der Kurznachrichtendienst am späten Dienstag. Facebook hatte vor einigen Monaten ein ähnliches Vorgehen eingeräumt - und der Vorfall wurde auch im Zusammenhang mit der US-Datenschutzstrafe von fünf Milliarden Dollar gegen das Online-Netzwerk erwähnt.

Hintergrund: Unzulässiger Abgleich von Listen

Bei Twitter können Nutzer E-Mail-Adressen und Handy-Nummern hinterlegen, um die sicherere Zwei-Faktor-Anmeldung zu nutzen. Firmen, die Werbung bei Twitter schalten, können wiederum Listen mit Kontaktdaten ihrer Kunden hochladen, um sie auch bei dem Dienst gezielt ansprechen zu können. Die für Sicherheitszwecke hinterlegten E-Mail-Adressen und Telefonnummern seien mit diesen Listen abgeglichen worden, obwohl das nicht hätte passieren sollen, erklärte Twitter.

Melanie Zecher / Quelle: DPA

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