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Twitter auf dem Weg an die Börse

Die Anleger lieben momentan wieder Soziale Netzwerke - das ist ein guter Zeitpunkt für Twitter, an die Börse zu gehen. Den ersten Schritt hat der Kurznachrichtendienst jetzt gemacht.

13.09.2013, 00:16 Uhr (Quelle: DPA)
Netzwerk© TheSupe87 / Fotolia.com

Nach Facebook wagt sich auch Twitter an die Börse. Der Kurznachrichtendienst habe vertraulich ein Börsenprospekt bei der Aufsichtsbehörde SEC eingereicht, erklärte das Unternehmen aus San Francisco am Donnerstag. Details wurden nicht genannt, alle Eckdaten wie Finanzkennzahlen bleiben damit vorerst geheim. Twitter verbreitete die Nachricht standesgemäß per Tweet, eine seiner maximal 140 Zeichen langen Nachrichten.

Banken loten zunächst Nachfrage aus

Schon seit langem wird mit einem Börsengang von Twitter gerechnet. Der katastrophal gelaufene Börsenstart von Facebook vor einem Jahr dürfte jedoch abschreckend gewirkt haben. Mittlerweile haben die Anleger aber das Vertrauen in Facebook wiedergewonnen, und die Aktie erreichte im Laufe des Donnerstags einen neuen Höchststand. Das könnte für Twitter das Startsignal für den eigenen Sprung aufs Parkett gewesen sein.

Bis zum eigentlichen Börsengang kann es jedoch noch Monate dauern - und er kann letztlich auch abgeblasen werden. In der nächsten Zeit dürften beteiligte Banken zunächst die Nachfrage der Anleger nach den Twitter-Aktien ausloten, erst ganz am Ende wird der Preis festgelegt. Federführende Bank ist nach Informationen des "Wall Street Journal" und der "New York Times" Goldman Sachs.

Twitter machte Gebrauch von einer US-Regelung, wonach Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz einen Börsenprospekt einreichen können, ohne ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die ganzen Informationen zum Geschäft oder der Platzierung können dann bis kurz vor dem Börsengang unter Verschluss bleiben.

Twitter macht sich schick für die Börse

Der Wert von Twitter wurde zuletzt auf 10 Milliarden bis 15 Milliarden Dollar geschätzt. Der Börsengang könnte damit zu einem der größten in der Technologieszene in diesem Jahr werden. Zum Vergleich: Facebook ist nach der Erholung des Aktienkurses rund 109 Milliarden Dollar wert (82 Milliarden Euro).

Twitter hatte sich erst am Dienstag mit der Übernahme einer Online-Werbefirma schick für die Börse gemacht. Der Multimillionen Dollar schwere Zukauf MoPub hilft Unternehmen, Werbung in mobilen Apps zu schalten. Das Werbegeschäft auf Smartphones und Tablets war bei Facebook zum Zeitpunkt des Börsengangs im Mai 2012 ein Schwachpunkt gewesen.

Bei Twitter können Nutzer 140 Zeichen lange Nachrichten, Fotos und kurze Videos absetzen. Der Dienst hat sich damit zu einem Medium für "Breaking News" gemausert. So war Twitter beim Bombenanschlag auf den Marathon in Boston eine der besten Informationsquellen. Das von Dick Costolo geführte Unternehmen hat gut 200 Millionen aktive Nutzer. Facebook kam zuletzt auf 1,15 Milliarden.

Fragen mit Börsenaufsicht SEC in Ruhe klären

Wie US-Medien anmerkten, wählen im Silicon Valley mittlerweile viele Unternehmen den vertraulichen Börsenprospekt. Es sei aber das erste Mal, dass eine Firma diesen Schritt auch öffentlich mache, schrieb die renommierte Technologie-Website "All Things D".

Durch die Geheimhaltung kann Twitter nun auch in Ruhe eventuelle Fragen mit der Börsenaufsicht SEC klären. Das kann vor bösen Überraschungen schützen: So hatte die SEC die Bilanzierung im Prospekt des Schnäppchenportals Groupon als zu kreativ kritisiert, was zu Negativschlagzeilen und letztlich zu einer Änderung der Zahlen führte.

(Jörg Schamberg)

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