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TÜV: Tipps zum sicheren Surfen im Internet

Die Zahl der Opfer von Internetkriminalität verdoppelte sich 2011 auf sieben Millionen, der Schaden lag bei rund 61,5 Millionen Euro. Der TÜV Rheinland gibt anlässlich des "Safer Internet Day" am 7. Februar Tipps zur sicheren Nutzung des Internet.

05.02.2012, 15:01 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Immer mehr Menschen sind im Internet unterwegs, sei es zuhause oder per mobilem Internet. Gesurft wird per Computer oder Notebook, aber verstärkt auch über Smartphones oder Tablet-PCs. Online-Shopping, Information und Unterhaltung, die Anwendungsmöglichkeiten im Netz sind vielfältig. Allerdings nimmt gleichzeitig auch die Internetkriminalität stetig zu. Das Bundeskriminalamt verzeichnete für das vergangene Jahr einen Anstieg der Online-Kriminalität von 19 Prozent, der Schaden lag bei rund 61,5 Millionen Euro. Die Zahl der Opfer verdoppelte sich innerhalb eines Jahres auf sieben Millionen Menschen. "Gleich, ob der User von zuhause oder von unterwegs aus ins Netz geht, jeder sollte sich über die Sicherheitsrisiken im Klaren sein, die mit dem Surfen verbunden sind", warnt Olaf Siemens, Geschäftsführer der TÜV Rheinland i-sec, anlässlich des Safer Internet Day am 7. Februar. Die sichere Nutzung des Internet ist allerdings bei Beachtung der Tipps des TÜV gar nicht so schwer.

Traue keinem unbekannten Link

Antivirenschutzsoftware und Browser-Erweiterungen sollten stets auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Hierzu gehört auch das regelmäßige Herunterladen von Sicherheitsupdates. Der TÜV warnt: Ungeschützte Geräte bleiben im Netz höchstens zehn Minuten unerkannt. Das blinde Folgen von Links in E-Mails und sozialen Netzwerken kann böse Folgen haben. Insbesondere das Anklicken abgekürzter Links, wie sie zum Beispiel bei Twitter Verwendung finden, kann gefährlich sein. Der Link könnte zu einer manipulierten, gefälschten Webseite führen. Über diese können Kriminelle Logindaten und Zahlungsinformationen stehlen.

Das größte soziale Netzwerk Facebook wird hierzulande von mehr als 20 Millionen Deutschen genutzt. Die Einstellungen für die Privatsphäre sollten von den Facebook-Mitgliedern regelmäßig geprüft werden. Persönliche Daten sollten möglichst sparsam preisgegeben werden. Online-Netzwerke, zumal wenn sie kostenlos sind, müssen ihr Geld beispielsweise durch den Verkauf von Nutzerdaten verdienen. Ein Indiz hierfür kann beispielsweise der Hinweis auf die Verwendung der Daten durch "Partnerunternehmen" sein. "Jeder muss sich selbst überlegen, ob er damit leben kann. Zu empfehlen ist es auf keinen Fall", betont TÜV-Experte Siemens.

Sensible Daten nur mit sicheren Protokollen übertragen

Bei der Eingabe sensibler Daten wie der Kreditkarten-Nummer oder den Logindaten für das Online-Banking sollte immer eine sichere Übertragung per https-Protokoll genutzt werden. Die Internetadresse im Browser beginnt in diesem Fall entsprechend mit "https", zudem wird die Adresse je nach genutztem Internetbrowser grün unterlegt oder mit einem Schloss-Symbol versehen. Eine unsichere Übertragung sollte sofort unterbrochen werden. WLAN-Router, Smartphones und Tablets sollten generell passwortgeschützt sein und Daten nur verschlüsselt übertragen werden. Wer offene WLAN-Netze beispielsweise an Flughäfen nutzt, sollte laut TÜV möglichst keine E-Mails abfragen. "Der nächste Hacker ist sicher nicht weit", warnt der in Köln angesiedelte Technische Überwachungsverein.

Immer wieder raten Experten auch zu separaten Kennwörtern für jeden genutzten Online-Dienst. Doch viele Nutzer sind bequem und verwenden lediglich ein Passwort für alle Internetanwendungen und Webseiten. Damit erleichtern sie Hackern den Zugriff. Gefahr lauert auch von Webseiten mit aggressiver Werbung beispielsweise in Form von Pop-Ups. Das Risiko einer Infizierung des Rechners mit Schadsoftware ist laut TÜV hier besonders hoch. Auf keinen Fall sollten Nutzer auf dubiose Zahlungsaufforderungen reagieren, die sich beispielsweise beim gefälschten BKA-Trojaner finden.

Malware-Attacken auf Android nehmen zu

Das mobile Betriebssystem Android ist inzwischen weit verbreitet. Die Popularität und offene Struktur des Systems macht es aber auch anfällig für Malware-Attacken. Nutzer sollten daher besonders beim Download von Apps entsprechend vorsichtig sein und sich zuvor ausreichend im Netz über die mobilen Anwendungen informieren. Moderne Smartphones sind auskunftsfreudig, wenn sie stets online sind. Der TÜV-Experte empfiehlt, alle drahtlosen Schnittstellen, die gerade nicht benötigt werden, abzuschalten. Dazu zählt zum Beispiel auch die Gerätekennung über Bluetooth.

Der TÜV Rheinland vergibt ein Zertifikat "Datenschutz und Datensicherheit" an Unternehmen und bescheinigt ihnen damit, dass sie Qualitätsstandards einhalten. Dabei gehen die Vorgaben des TÜV sogar über das Bundesdatenschutzgesetz hinaus. TÜV-Experten überprüfen die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen bei zertifizierten Unternehmen im Rahmen eines jährlichen Monitorings. Alle Sicherheitshinweise zum Surfen im Netz hat der TÜV Rheinland auf seiner Webseite zum Download als PDF-Dokument bereitgestellt. Auch unsere Redaktion informiert auf einer Hintergrundseite mit einem Ratgeber zur Sicherheit im Internet.

(Jörg Schamberg)

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