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Türkei blockiert Kurznachrichtendienst Twitter

Zehn Tage vor der Kommunalwahl in der Türkei haben die Behörden den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter abgeschaltet.

21.03.2014, 08:19 Uhr (Quelle: DPA)
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Zehn Tage vor der Kommunalwahl in der Türkei haben die Behörden den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter abgeschaltet. Nutzer berichteten am Freitag, die Seite der Plattform könne seit der Nacht nicht aufgerufen werden oder sei auf einen gerichtlichen Sperrvermerk umgeleitet. Auf Smartphones meldete die Twitter-App am Morgen: "Nutzer konnte nicht geladen werden."

Erdogan verschärft Drohungen gegen Social Media

Aus der Regierung werde der Schritt damit begründet, dass Verantwortliche von Twitter Gerichtsentscheidungen ignoriert hätten, schrieb die Zeitung "Hürriyet". Die Plattform sei verpflichtet gewesen, bestimmte Links aufgrund von Beschwerden türkischer Bürger zu entfernen.

Die türkische Telekombehörde BTK hat am Freitag die Sperre des Kurznachrichtendienstes Twitter im Land bestätigt. Ein Gericht habe dies verfügt, weil der Dienst Rechte und die Privatsphäre türkischer Staatsbürger verletzt habe, teilte die Aufsichtsbehörde mit. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat die Sperre kritisiert. "Eine vollständige Schließung der Plattformen sozialer Medien kann nicht gebilligt werden", twittere Gül am Freitag ungeachtet einer gerichtlich verfügten Sperre des Dienstes in der Türkei.

Wenige Stunden zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan seine Drohungen gegen soziale Medien drastisch verschärft. "Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen. Was dazu die internationale Gemeinschaft sagt, interessiert mich überhaupt nicht", zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Regierungschef am Donnerstag. Für Gegner Erdogans sind soziale Medien die wichtigsten Kommunikationsmittel.

(Saskia Brintrup)

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