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Trotz Kostendruck: Zalando will weiterhin kostenlose Retouren anbieten

Der Modehändler Zalando macht sich für den mit Spannung erwarteten Börsengang hübsch. Nach den Verlusten der Vergangenheit gab es zuletzt operativ schwarze Zahlen. Die vielen kostenlosen Retouren werden von Experten aber weiterhin als Risikofaktor gesehen.

28.08.2014, 18:16 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Modehändler Zalando will an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten, während viele Konkurrenten die neuen Möglichkeiten zur Einschränkung der Rücksendungen nutzen. Die Rücksendequote zu senken, könne kein Selbstzweck sein, sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter der dpa am Donnerstag. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen." Zalando hat nach bisherigen Angaben eine hohe Rücksendequote von 50 Prozent gemessen am Umsatz, das ist auch ein wichtiger Kostenfaktor. Viele Online-Händler hatten zuletzt kostenlose Retouren zurückgeschraubt.

Bessere Zahlen dank besserem Wetter

Der Berliner Online-Händler bestätigte am Donnerstag vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr, laut denen das Geschäft inzwischen deutlich profitabler läuft. Demnach schreibt Zalando operativ schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando auf dieser Basis noch 31 Millionen Euro verloren. Auch ohne Abzug der anteilsbasierten Vergütung sei die Marge noch positiv gewesen, betonte Ritter, nannte aber keinen genauen Betrag.

Zu dem positiven Ergebnis habe unter anderem das bessere Wetter als 2013 beigetragen, sagte Ritter. Außerdem sorgten frühere Investitionen in die Logistik für mehr Effizienz und die Ausgaben für Kundengewinnung konnten angesichts des bereits großen Nutzerkreises gesenkt werden. Zalando habe inzwischen 13,7 Millionen Kunden. Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund ein Viertel auf 546 Millionen Euro. Damit wuchs Zalando langsamer als in der Anfangszeit.

Börsengang im Herbst erwartet

Für Herbst wird ein Börsengang des Mode-Händlers erwartet. Laut Medienberichten könnte er bereits in den kommenden Tagen angekündigt werden. Ritter sagte dazu bei einer Informationsveranstaltung in Berlin nur, es sei weiterhin eine mögliche Option.

Mit Blick auf einen Börsengang sehen Experten die kostenlosen Retouren kritisch. "Zalando wird sein Geschäftsmodell nach dem Börsengang ändern müssen. Die Retouren sind ein großer Kostenblock. Das kann das Unternehmen auf Dauer nicht durchhalten", sagte der Börsengangsexperte Konrad Bösl von der Beratungsgesellschaft Blättchen & Partner der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Die Möglichkeit zur kostenlosen Rücksendung sei notwendig gewesen, um Zalando schnell groß werden zu lassen.

Vorstand will an Modell festhalten

Ritter verteidigte das Modell mit den einfachen Gratis-Rücksendungen. So sei als Test zeitweise versucht worden, die Rücksende-Belege nicht gleich der Bestellung beizulegen, sondern von den Kunden ausdrucken zu lassen. Dadurch sei zwar die Rücksendequote gesunken - aber man habe mit den Kunden am auch weniger Gewinn gemacht.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 60 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist Zalando auch deutlich profitabler mit einer bereinigten operativen Marge von 4,6 Prozent.

Pro Monat kommen rund 100 Millionen Besucher auf die Zalando-Seiten. Etwa 40 Prozent der Zugriffe gibt es auf mobilen Geräten. Das Unternehmen hat rund 7.000 Mitarbeiter, zu einem großen Teil in Berlin.

(Marcel Petritz)

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