Security

Trojaner-Alarm: GEZ-Rechnungen die keine sind

Eine neue Trojaner-Welle schwappt über Deutschland. Nach 1&1 ist jetzt die Gebühreneinzugszentrale Opfer von Spam-Versendern geworden.

14.01.2007, 12:28 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Deutsche Internetsurfer müssen eine neue Spam-Welle verkraften. Nach zwei E-Mail-Attacken mit gefälschten Rechnungen des DSL-Providers 1&1 ist jetzt die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) Opfer geworden. Dreiste Betrüger haben in der Nacht auf den heutigen Sonntag mit dem millionenfachen Versand angeblicher GEZ-Rechnungen begonnen. Im Anhang wird wie bei den gefälschten 1&1-Rechnungen ein Trojaner mitgesendet.
Neues Opfer: GEZ
Zu erkennen ist die E-Mail mit zum einen am Betreff Detaillierte GEZ-Rechnung von 1.12.2006 - 12.1.2006. Aber auch die Endung der mitgeschickten Datei sollte stutzig machen. Angehängt ist eine ZIP-Datei (Rechnung_GEZ.zip) in der wiederum eine ausführbare EXE-Datei (RechnungGEZ.pdf.exe) lauert. Wird diese ausgeführt, installiert sich der Trojaner auf dem PC. Dadurch ist es den Hackern zum Beispiel möglich, Passwörter oder andere sensible Daten, die auf dem PC gespeichert sind, auszuspionieren.
Empfänger der E-Mail sollen zum einen durch einen vergleichsweise hohen Rechnungsbetrag in Höhe von 445,99 Euro dazu verleitet werden, den mitgeschickten Anhang zu öffnen. Aber auch der mitgelieferte E-Mail-Text macht auf den ersten Blick einen recht professionellen Eindruck. Sowohl Kunden- als auch Rechnungsnummer sind dort zu finden. Außerdem heißt es in der Nachricht wörtlich:

Anbei erhalten Sie den detaillierten Nutzungsnachweis im beigefügter ZIP Datei. Bitte beachten Sie, dass diese Rechnung einen Zuschlag beinhaltet, der durch das nicht rechtzeigige Anmelden des Internetverbindung entstanden ist.
Trotz Rechtschreibfehler klingt das zunächst plausibel. Seit dem 1. Januar sind an das Internet angeschlossene PCs gebührenpflichtig. Das versuchen sich die Versender der gefälschten Rechnungen nun zu Nutze zu machen. Allein die Tatsache, dass von der GEZ keine Rechnungen per E-Mail verschickt werden, muss stutzig machen.
Viele Anti-Virus-Programme erkennen Trojaner noch nicht
Noch wird der GEZ-Trojaner von vielen Anti-Virus-Programmen nicht als solcher erkannt. Es ist daher besondere Vorsicht geboten. Spätestens im Laufe des morgigen Montags dürften die passenden Anti-Virus-Updates ausgeliefert werden. Informationen darüber, wer welche GEZ-Gebühren zahlen muss, haben wir in einem Special für unsere Leser zusammengefasst.

(Hayo Lücke)

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