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Triple Play soll das Kabelnetz erobern

Bis Ende 2008 wollen die großen Kabelnetzbetreiber über eine Milliarde Euro investieren, um über 23 Millionen Kunden mit Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Hand bedienen zu können.

30.05.2006, 19:26 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die großen Kabelnetzbetreiber bauen ihre Angebote für digitales Fernsehen, Internet und Telefon über das Fernsehkabel - so genanntes Triple Play - zum Massenmarkt aus: Für den zur Vermarktung von Triple Play notwendigen Netzausbau planen die großen Kabelunternehmen Gesamtinvestitionen von über einer Milliarde Euro bis Ende 2008.
Milliarden für Millionen
Allein bis Ende 2006 streben Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media an, ihre Reichweite für Triple Play von 6,2 Millionen zu Anfang des Jahres auf über 13 Millionen Haushalte auszubauen. Ende 2008 sollen dann über 23 Millionen Haushalte in der Lage sein, über das Kabel ein Paket aus Rundfunk, Internet und Telefon zu beziehen. Diese Investitionen werden auch dazu führen, dass bei zahlreichen deutschen Hersteller- und Handwerksbetrieben Arbeitsplätze gesichert werden. Der Präsident des Deutschen Kabelverbandes Rüttger Keienburg führt dazu aus: "Von diesen Investitionen profitieren in großem Umfang mittelständische Betriebe, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Die geplanten Investitionen sind ein gutes Signal für die zahlreichen auf der ANGA Cable vertretenen Hersteller."
Das Kabelnetz gilt als wichtigste deutsche Medieninfrastruktur mit über 20 Millionen angeschlossenen Haushalten und auch technisch als Königsweg für digitale Medien- und Kommunikationsdienste: Mit einer Datenkapazität von insgesamt 2 Gigabit pro Sekunde (Downstream) im ausgebauten Netz liefert es neben den analogen TV- und Radiosignalen digitales Free-TV und Abo-TV, HDTV-Kanäle, Spielfilme auf Abruf sowie den Anschluss für schnelles Internet und Telefon aus einer Quelle.
Im Unterschied zu aufgerüsteten DSL-Telefonnetzen nimmt der analoge und digitale TV- und Radioempfang über Kabel keinen Umweg über Internet-Protokolle und –Endgeräte und gilt somit als besonders zuverlässig und verbraucherfreundlich. Auf dieser Basis wollen die Kabelnetzbetreiber im aktuellen Jahr den TV-, Internet- und Telefonanschluss über das Kabel durch attraktive Paketpreise und Flatrates noch populärer machen.
Erfahrungen zeigen: es lohnt sich
Die bisherigen Erfahrungen bei der Vermarktung der neuen Kabel-Internet und Telefonpakete sind so vielversprechend. Bereits heute buchen 70 Prozent der Kabelkunden von Kabel Deutschland gleich Internet und Telefonie im Paketangebot. Bei Kabel BW nutzen sogar über 90 Prozent der Internet-Kunden auch gleich die Möglichkeit, über den Kabelanschluss zu telefonieren. Damit betritt das Kabel endlich den Massenmarkt für Internet und Telefon und wird seinen Teil zu einem der wichtigsten deutschen Wachstumsmärkte beitragen.
Der Präsident des Deutschen Kabelverbands, Rüttger Keienburg, kommentiert: "Das de facto DSL-Monopol der Deutschen Telekom ist bislang auch nach Analyse der OECD eine signifikante Wettbewerbs- und damit Wachstumsbremse für die Entwicklung der Breitbandpenetration und damit für den Industriestandort Deutschland. Die deutschen Kabelnetzbetreiber bekennen sich zum Ziel, eine echte DSL-Alternative für Millionen Verbraucher zu schaffen, und so den Rückstand Deutschlands im Breitband-Wettbewerb durch Internet und Telefon aus dem Kabel wettzumachen."

(Hayo Lücke)

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