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Trend: Weihnachtsmann kommt per Handy

Per Handy auf Geschenke-Safari: Mit dem mobilen Internet wächst ein neuer Verkaufszweig heran. Er könnte zum Weihnachtsgeschäft 2011 richtig aufblühen - im Jahresverlauf kauften bereits 1,4 Millionen Smartphone-Nutzer online ein.

04.12.2011, 11:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Immer mehr Menschen gehen mit dem Handy auf Shoppping-Tour. Der Einzelhandel freut sich über das Umsatzplus eines zusätzlichen Verkaufskanals - wenn auch auf zunächst niedrigem Niveau. Der Bundesverband des Versandhandels geht mittlerweile von rund 6 Millionen Smartphone-Nutzern aus, die mit ihrem Handy einkaufen.

Neuer Wachstumsmotor für den Online-Handel

Viele Unternehmen haben sich schon auf den neuen Vertriebsweg eingestellt: Entweder entwickeln sie spezielle Apps oder machen ihren Internetauftritt fit für den mobilen Einkauf.

Der Kunde kann nicht nur flexibler shoppenn sondern auch vor Ort im Laden die Preise vergleichen. Auch sie Sicherheit sei kein Thema, so Branchensprecherin Christin Schmidt. Da gelten die gleichen Standards wie beim klassischen Onlinehandel. Beim Handyshopping könne man entweder über die normale Telefonrechnung oder die verschiedenen Bezahldienste zahlen.

Rund 1,4 Millionen Besitzer intelligenter Handys haben im vergangenen Jahr Bücher, Kleidung oder Eintrittskarten von unterwegs aus online bestellt, ermittelte das Marktforschungsinstitut GfK. Ein Jahr zuvor waren es noch nur eine halbe Million gewesen.

"Das Handy wird auch beim Einkaufen unseren Alltag verändern und könnte zum Wachstumsmotor des Onlinehandels werden", beobachtet GfK-Experte Thomas Pauschert. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Kosten für den Internetzugang nicht steigen.

Kaufhof noch zurückhaltend

Im klassischen E-Commerce sei das Wachstumspotenzial bei den jüngeren Verbrauchern schon fast ausgeschöpft. Nachholbedarf hätten noch ältere Menschen, die bislang noch nicht so viel im Internet einkaufen gehen.

"Der mobile Kanal etabliert sich langsam aber sicher bei den Kunden", heißt es beim Hamburger Versandhändler Otto. Viele nutzten ihn noch überwiegend für Information und Kommunikation. "Die noch überschaubaren Umsatzzahlen wachsen aber stetig", betont Sprecherin Ulrike Abratis.

Die zum Metrokonzern gehörende SB-Warenhausgruppe real geht von rund 18 Millionen Smartphone-Besitzern in den kommenden zwei Jahren aus. Im Zukunftsladen in Tönisvorst können real-Kunden schon seit 2008 mit dem Mobiltelefon einkaufen.

Der Frankfurter Onlinehändler Neckermann.de bietet mittlerweile sein gesamtes Sortiment von 700.000 Artikeln mobil für den Einkauf von unterwegs an. Der Outdoor-Händler Globetrotter berichtet, dass seine Kunden die "neue Technik gerne in Anspruch" nehmen.

4,2 Milliarden gehen aufs Online-Konto

Die Kaufhof-Warenhäuser brachten erst im Oktober ihren Online-Auftritt auf Vordermann und beobachten das Geschehen vorerst nur: "Wir machen uns natürlich auch zu Mobile Commerce Gedanken und werden im Laufe des nächsten Jahres mit der Umsetzung starten", betont Geschäftsführer Thomas Storck.

Rund 4,2 Milliarden Euro könnten die Onlinehändler in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft umsetzen. Im Vorjahr waren es noch 3,6 Milliarden Euro. Nach aktuellen Berechnungen des Versandhandelsverbandes planen gut 35 Millionen Deutsche ihre Geschenke via Internet einzukaufen.

Im Schnitt werde zu Weihnachten online mindestens 288 Euro ausgegeben. Am liebsten werden per Computer Textilien, Schuhe, Unterhaltungselektronik und Spielwaren geordert.

Über den Online-Boom freuen sich auch die Paketversender. Übers Jahr gesehen werden im Bundesschnitt täglich rund 2,7 Millionen Päckchen und Pakete verschickt.

Zu Weihnachten verdoppelt sich das Aufkommen, heißt es bei der Deutschen Post DHL. "Das startet erst mit dem Versand der vielen Kataloge und geht dann weiter mit den bestellten Geschenken", betont ein Sprecher. In diesem Jahr rechnet die Branche mit weiterem Wachstum.

(Dorothee Monreal)

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