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Trend Micro warnt vor fahrlässiger Android-Nutzung

Wer unbedacht Apps auf seinem Android-Handy installiert, läuft immer häufiger Gefahr, einen Trojaner mitzuladen. Davor warnte am Abend Trend Micro-CTO Raimund Genes in München.

17.01.2012, 20:40 Uhr
CeBIT© CeBIT

Ein Android-Handy zu verwenden, ist heute so etwas wie eine Selbstverständlichkeit. Denn Googles mobiles Betriebssystem hat sich in den zurückliegenden Monaten getrieben durch diverse attraktive Endgeräte zu einer der beliebtesten Smartpone-Oberflächen der Welt entwickelt. Doch genau das birgt Gefahren: Im offiziellen Android Market und anderen Android-Stores – vor allem solchen, die im Ausland zu finden sind - seien immer häufiger Apps hinterlegt, die auf den ersten Blick ungefährlich aussehen, in Wahrheit aber gefährliche Trojaner sind. Davor warnte am Dienstag der Technikchef von Trend Micro, Raimund Genes, auf der CeBIT Preview in München.

"Google muss besseren Job machen"

"Google muss anfangen, einen besseren Job zu machen", forderte Genes mit Blick auf die wachsende Anzahl an Android-Schädlingen. Anders als bei Apples iOS handele es sich bei Android nicht um ein geschlossenes Ekosystem. Während Apple neue Apps gründlich unter die Lupe nehme und so für Malware praktisch keine Chance auf Verbreitung bestehe, sehe es bei Android ganz anders aus. "Bis Ende 2012 wird die Anzahl an schädlichen Android-Apps auf 129.000 anwachsen", prognostizierte Genes in einem Vortrag am Abend in der bayerischen Landeshauptstadt.

Auch wenn es von vielen Anti-Malware-Firmen immer wieder behauptet werde, einen einhundertprozentigen Schutz werde es in der digitalen Welt niemals geben. "Wir können die Mauern immer höher bauen, das heißt aber noch lange nicht, dass niemand auf die Idee kommt, einen Tunnel unten durch zu graben." Es sei dringend zu empfehlen, vor der Installation einer App genau zu prüfen, welche Berechtigungen dabei gewährt werden. Häufig werde gestattet, Daten aus Adressbuch oder Kalender auszulesen und zum Beispiel zu Marketingzwecken zu missbrauchen – auch bei Apps namhafter Firmen.

Trojaner lauern immer häufiger

Besondere Vorsicht sei aber bei Software kleinerer Firmen gegeben. Wer zum Beispiel unbedacht einen "Angry Birds Unlocker" installiere, um alle Level freigespielt zu haben, dürfe sich nicht wundern, wenn auch ein Trojaner auf dem Handy installiert werde. Und der könne dann beispielsweise SMS mitlesen, Telefongespräche mitschneiden oder E-Mail-Adressen protokollieren. Wichtig sei, das Bewusstsein zu schärfen, was man auf dem Android-Handy tue, so Genes. Einfach sämtliche Bedingungen bei der App-Installation zu akzeptieren, sei ganz sicher nicht der richtige Weg.

(Hayo Lücke)

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