Glasfaserausbau

Trenching-Ausbauverfahren: FRK warnt Kommunen vor hohen Folgekosten

Per Trenching-Verfahren lassen sich Glasfaserleitungen schneller und günstiger verlegen, da der teure Tiefbau entfalle. Für Kommunen könnte sich Trenching jedoch nachträglich als teure Kostenfalle entpuppen, so der Verband FRK.

Jörg Schamberg, 12.08.2021, 14:49 Uhr
Telekom Micro-Trenching© Deutsche Telekom AG

Beim Glasfaserausbau setzen Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Deutsche Glasfaser auch auf alternative Ausbaumethoden zum klassischen Tiefbau. Dazu gehört etwa das sogenannte Trenching-Verfahren, bei dem die Glasfaserleitungen in einen relativ schmalen, gefrästen Schlitz im Asphalt oder Bürgersteig in einer Höhe von 20 bis 40 Zentimetern verlegt werden. Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation, in dem kleine und mittelständische Kabelnetzbetreiber organisiert sind, kritisiert den Einsatz von Trenching und warnt Kommunen vor möglichen hohen Folgekosten.

Hohe Kosten für Kommunen bei Beschädigung der Glasfaserleitungen bei späteren Arbeiten

Trenching sei laut FRK zwar für das ausbauende Unternehmen angeblich kostengünstiger und ermögliche einen schnelleren Netzausbau. "In der Realität aber laufen die Kommunen ohne entsprechende Garantien oder Versicherungen der Netzbetreiber bei Trenching nach Ablauf der im Markt üblichen fünfjährigen Gewährleistungsfrist Gefahr, mit beachtlichen Folgekosten für ihre Haushalte konfrontiert zu werden. Diese können je nach Anlagengröße mittel- bis langfristig durchaus in die Millionen gehen", betont der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte.

Sind an den eigenen Versorgungsinfrastrukturen der Kommunen später Arbeiten erforderlich, müssten die Kommunen für Schäden in den nur in geringer Tiefe verlegten Glasfaserleitungen voll aufkommen. Labonte bezeichnet den Trenching-Einsatz ohne ausreichende Garantien durch den Netzbetreiber als ein "finanzielles russisches Roulettespiel mit sechs Patronen in der Trommel". Dabei seien die Kommunen immer häufiger die Verlierer, weil sich die mit Trenching ausbauenden Unternehmen nach Ablauf der Gewährleistung aus der Verantwortung schleichen würden.

FRK-Mitglieder verlegen Glasfaserleitungen weiter per Tiefbau

Labonte weist zudem darauf hin, dass es einige Unternehmen im Markt gebe, die nur ausbauen würden, wenn der Ausbau per Trenching genehmigt werde. Die Anbieter könnten damit auf eine hohe Zahl an "Homes Passed" verweisen. Die Erschließung der Gebäude mit Hausanschlüssen sei damit aber noch nicht erfolgt.

Laut dem FRK-Vorsitzenden sollten sich Kommunen nicht einschüchtern lassen. "Für unsere traditionell mittelständischen, meist lokal oder regional verwurzelten FRK-Mitglieder, gilt die übliche Faustformel: 60 Zentimeter unter dem Bürgersteig, 80 Zentimeter unter der Straße und 120 Zentimeter unter Kreis-, Landes- und Bundesstraßen!", betont Labonte. Die FRK-Unternehmen würden auf den gesetzeskonformen Tiefbau setzen. Dieser hätte sich seit Jahrzehnten bewährt beim Zusammenspiel von Bau und Unterhaltung der Infrastrukturen.

Telekom nutzt Trenching-Verfahren seit mehreren Jahren

Die Deutsche Telekom machte sich dagegen bereits im vergangenen Herbst für Trenching als DIN-Standard stark. Der Bonner Konzern setzt bereits seit fast drei Jahren beim Glasfaserausbau auf Trenching. Laut Telekom ermögliche Trenching eine Steigerung der Bauleistung und der verlegten Strecke pro Tag um das acht- bis zehnfache. Zudem ließen sich rund 30 Prozent der Baukosten sparen.

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