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Touch&Travel: Neue Vodafone-Innovation

Einfach einsteigen und losfahren – Frei nach diesem Motto hat Vodafone gemeinsam mit der Deutschen Bahn heute ein neues Projekt vorgestellt, mit dem Fahrscheine der Deutschen Bahn bargeldlos bestellt werden können. Das System ist überraschend einfach – in Kürze startet ein erstes Pilotprojekt.

16.03.2007, 14:16 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Befragt man Konsumenten nach Dingen, die sie beim Verlassen des Hauses immer bei sich tragen, steht neben dem Schlüssel und der Geldbörse das Handy ganz oben auf der Liste der meistgenannten Antworten. In Zukunft soll es nach Vorstellung des Mobilfunk-Netzbetreibers Vodafone so sein, dass das Handy über elektronische Mechanismen nicht nur als klassisches Telefon, sondern auch als Bezahlsystem oder Türöffner einsetzbar ist. Wie einfach das Handy künftig zum Beispiel beim Kauf eines Tickets bei der Deutschen Bahn einsetzbar ist, wurde heute von Vodafone und der Deutschen Bahn auf der CeBIT in Hannover präsentiert.
Vor der Reise
Touch&Travel nennt sich das neue Projekt, bei dem das Handy den klassischen Fahrschein ersetzt. Künftig soll es nicht mehr notwendig sein, an Fahrscheinautomaten das Ticket zu ziehen. Stattdessen wird das Handy vor Reiseantritt am Bahnsteig vor eine Docking-Station, den so genannten Touchpoint, gehalten. Dabei werden nicht nur die Positionsdaten des Touchpoints ausgelesen, sondern auch über das Mobilfunknetz Informationen an den Ticket-Server gesendet. Der Ticket-Server wiederum stellt eine Fahrtberechtigung aus und überträgt diese Daten an das Handy. In der Fachsprache nennt sich diese Technik Near Field Communication (NFC), die in kommenden Mobiltelefon-Generationen Standard sein wird.
Im Zug wird der elektronische Fahrschein über ein Lesegerät identifiziert. Hier wird gleichzeitig auch erkannt, ob der Fahrgast in einem ICE, in einem preiswerteren IC, in einem Regional-Express oder einer S-Bahn fährt. Beim Verlassen des Zuges wird das Handy erneut an einen Touchpoint am Bahnsteig gehalten. So kommuniziert das Handy über das Mobilfunknetz mit dem Ticketserver und ermittelt die zurückgelegte Strecke. Gleichzeitig wird der Fahrschein auf dem Handy gelöscht und die Reisedaten an den Rechnungsserver gesendet. Einmal im Monat erhalten Touch&Travel-Kunden eine Rechnung, in der alle gefahrenen Strecken aufgelistet sind.
Um das Angebot nutzen zu können ist ähnlich wie beim Online-Ticket-Verfahren eine einmalige Anmeldung notwendig. Ferner ist der Besitz eines Touch&Travel-fähigen Handys Voraussetzung, um das Angebot nutzen zu können. Das heißt, im Inneren des Mobiltelefons muss eine Kupferschleife verbaut sein, die eine induktive Kopplung zum Touchpoint aufbaut. In einem späteren Verfahren ist es auch denkbar, dass diese Kupferschleife bereits auf SIM-Karten verbaut wird. Erste Touch&Travel-fähige Endgeräte werden vom Projektpartner Motorola zur Verfügung gestellt.
Ab Oktober soll ein technischer Systemtest auf der ICE-Strecke Berlin-Hannover, einem Teilnetz der Berliner S-Bahn und im gesamten städtischen Nahverkehr in Potsdam mit ausgewählten Nutzern starten. Dabei werden die technische Konfiguration und alle denkbaren Abläufe auf die Probe gestellt. In einer zweiten Phase wird das gesamte S- und U-Bahn-Netz in Berlin mit einbezogen. Ab Mitte 2008 wird es zu einem ersten Markttest kommen, der die Akzeptanz und Kundenzufriedenheit analysieren soll. Ab 2009/2010 ist eine deutschlandweite Umsetzung mit weiteren Verkehrsunternehmen in den Regelbetrieb geplant.
Vollere Züge durch einfachere Bedienung
Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Personenverkehr bei der Deutschen Bahn, blickte bei der heutigen Präsentation zuversichtlich in die Zukunft. Man wolle den Bahnreisenden das Buchen von Tickets deutlich erleichtern und Hemmungen, die derzeit möglicherweise noch bei der Bedienung der Fahrscheinautomaten auftauchen, vergessen machen. Der einfachere Bestellvorgang soll auch zu einer besseren Auslastung der Züge führen.

(Hayo Lücke)

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