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Toshiba Dynario: Handy mit Methanol aufladen

Der japanische Hersteller präsentiert seine erste mit Methanol betriebene Brennstoffzelle zum Aufladen von mobilen Geräten wie Notebook oder Handy.

25.10.2009, 15:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Die Energie im Handy-Akku neigt sich wieder einmal dem Ende entgegen - und keine Steckdose zum Aufladen ist in Sicht. Japanische Ingenieure tüfteln derzeit an einem eher ungewöhnlichen Ansatz zur Lösung dieses Problems. Toshiba stellte nun seine erste mit Methanol betriebene Dynario-Brennstoffzelle vor.
Toshiba setzt auf Brennstoffzellen
Der Mini-Generator auf Basis der Direct Methanol Fuel Cell (DMCD) Technologie soll laut Toshiba als externe Stromquelle für mobile Geräte wie Notebooks oder Smartphones dienen. Das Ladegerät wird zusammen mit einem Füllbehälter allerdings lediglich in Japan und zudem in limitierter Stückzahl von nur 3.000 Brennstoffzellen auf den Markt kommen. Es ist ausschließlich über den Toshiba Online-Shop www.shop1048.jp erhältlich. Die Dynario-Brennstoffzelle ist in der Lage direkt Energie zu liefern, nachdem der Methanol-Behälter angeschlossen wurde. Durch eine chemische Reaktion von Methanol und Sauerstoff wird Strom erzeugt.
Eine Methanolladung reicht für zwei Handys
Den auf diese Weise produzierten Strom liefert die 280 Gramm leichte Dynario-Zelle über ein USB-Kabel an das mobile elektronische Gerät. Die Befüllung des Methanoltanks erfolgt nach Unternehmensangaben in rund 20 Sekunden. Eine Methanolfüllung soll dabei genug Energie für die Aufladung von zwei Handys erzeugen. Toshiba sieht großes Potential in der Technologie der Methanol-Brennstoffzellen. An einer verbesserten Nutzung in der Praxis und einer Verkleinerung der Brennstoffzelle werde intensiv gearbeitet.
Das japanische Gadget ist allerdings nichts für Sparfüchse. Die Brennstoffzelle kostet im Onlineshop im Verbund mit fünf Nachfüllflaschen Methanol 29.800 japanische Yen (knapp 220 Euro). Zusätzliche Fünferpacks Methanol schlagen mit 3.150 Yen (rund 23 Euro) zu Buche. Toshiba will die Reaktion der Verbraucher auf die Dynario-Brennstoffzelle genau beobachten und in weitere Entwicklungen von DMFC-Produkten einfließen lassen. Seit 2003 arbeitet Toshiba an der Entwicklung von Brennstoffzellen auf Methanolbasis. Derzeit ist das Ganze aber - auch angesichts der Kosten - immer noch eher als nettes Gadget für Technikfreaks einzustufen.

(Jörg Schamberg)

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