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Toshiba Cloud TV: Vorausschauendes Online-Portal für Smart-TVs

Toshiba will im TV-Geschäft einen Platz nach vorne rücken: In diesem Jahr starten drei neue Ultra-HD-Fernseher und neue Full-HD-Smart-TVs, die die Fernsehgewohnheiten des Nutzers analysieren und auf seinen Geschmack zugeschnittenes Programm vorschlagen.

21.03.2013, 00:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Auf der Toshiba World 2013 im niederländischen Amsterdam zeigte Toshiba viele neue Produkte, wie das Satellite U840t und das Dynadock V3.0, sprach aber auch über die Ziele für das laufende Jahr. Ein großes Thema ist Ultra HD (UHD) mit einer Bildschirmauflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. An entsprechend ausgerüsteten Fernsehgeräten mangelt es nicht, eher an den Inhalten. Doch nach und nach wächst die Auswahl, sagt Toshiba - auch dank nutzergenerierten Inhalten. Über professionelle UHD-Inhalte verlor Stephan Heimbecher von Sky Deutschland ein paar Worte im Rahmen der Veranstaltung. Darüber hinaus stellte Toshiba ein neues Online-Portal namens Toshiba Cloud TV für Smart-TVs vor.

Toshiba will im TV-Markt vorrücken

Eines der Ziele von Toshiba ist Wachstum. Während die PC-Branche insgesamt schwächelt, konnte Toshiba im vergangenen Jahr Anteile hinzugewinnen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (2011) legte der Hersteller um 14 Prozent zu, wie Gerd Holl, General Manager für digitale Produkte bei Toshiba Europe, ausführte. Gemessen am Volumen der verkauften Fernsehgeräte liegt Toshiba derzeit auf dem vierten Platz nach Samsung, LG und Philips. Unter den japanischen Anbietern rangiert Toshiba damit an der Spitze, Panasonic und Sony befinden sich dahinter. In diesem Jahr soll es aber insgesamt einen Platz nach vorne gehen.

Das will Toshiba mit verschiedenen Neuerungen erreichen: Für die TV-Sparte und Blu-ray-Player gibt es ein neues, einheitliches Design. An abgerundeten Ecken, schmaleren Rahmen und einer kreisrunden, beleuchteten Standby-Anzeige sollen die Kunden im Laden die Toshiba-Produkte sofort wiedererkennen können. Ultra-HD-Auflösung liefern die drei neuen 3D-TV-Geräte der M9-Serie, die im dritten Quartal erscheinen. Sollte es an passenden Inhalten fehlen, können die Smart-TVs Filme mit niedrigerer Auflösung mittels Cevo 4K auch hochskalieren.

Sky hatte Ultra HD am 1. Dezember beim Bundesliga-Spiel Bayern gegen Dortmund zusammen mit der Produktionsfirma Kropac Media aus Ingolstadt einem Testlauf unterzogen. Als nächste Schritte werden weitere Tests zusammen mit der European Broadcasting Union (EBU) folgen, kündigte Stephan Heimbecher, Head of Innovations & Standards von Sky Deutschland an. Die nächste Generation der Sky-Receiver soll bereits Ultra HD ready sein, die vollständige Migration der Infrastruktur befinde sich derzeit aber erst in einer frühen Planungsphase. Einen Termin, wann Ultra-HD-Inhalte im Regulärbetrieb ausgestrahlt, nannte Sky daher noch nicht. Zum Test im vergangenen Jahr bezeichnete der Pay-TV-Anbieter UHD ebenfalls noch als "Zukunftsmusik". Bis UHD im Jetzt ankommt, bleibt es bei Testkanälen über Satellit oder IPTV, zum Beispiel von Eutelsat oder Netflix. Auch wenn die Standadisierungsprozesse noch im Gange seien, sei die Situation aber insgesamt nicht "wie im wilden Westen", resümierte Marcel Gonska von White Light Consultations.

Toshiba Cloud TV

Das neue Toshiba Cloud TV ist auf den neuen Fernseherserien L4, M6, L7 und M8 im zweiten Quartal sowie den UHD-Modellen verfügbar. Der Beweggrund für ein neues Portal für internetfähige Fernseher war laut Toshiba die Verschiebung der Nutzergewohnheiten. Der Fernseher verliere an Bedeutung und soziale Netzwerke rückten in den Vordergrund, führte Hideo Kataoka, Leiter der Cloud-Dienste bei Toshiba, aus. Mit dem neuen Cloud-Portal sollen sich die Smart TVs nun den Faktor Mensch zunutze machen und die Kommunikation mit Familie und Freunden mit einbinden. In der Praxis werden Twitter-Feeds, Hashtags und Empfehlungen von Freunden über die Cloud verknüpft, während die TV-Software einen Programm-Guide bereitstellt. Dadurch soll der Fernseher zum bislang fehlenden Verbindungsstück zwischen sozialer Interaktion und üblichen Wegweisern werden. Empfohlene Links von Freunden in Nachrichten lassen sich per Klick am Fernseher öffnen, Twitter nach beliebten Tags durchsuchen und ähnliche Sendungen einfacher auffinden.

Besser untereinander vernetzt werden auch die Apps an sich. Statt diese nur Button an Button aneinanderzureihen, erinnert die Oberfläche von Toshiba Cloud TV an eine Nachrichtenzentrale, wie sie einst Google mit der personalisierten Startseite bot. Über den Fernseher aufgerufen unterscheidet sich die Einstiegsseite von einer herkömmlichen Webseite dahingehend, dass sie bedienbare Elemente für den Fernseher einblendet und außerdem die Sehgewohnheiten analysiert. Dadurch kann das Cloud-basierte Online-Portal Inhalte auf Basis persönlicher Vorlieben empfehlen und beliebte Sendungen ausfindig machen, was sich über den EPG und auch Video-on-Demand-Dienste erstreckt und das Programm der kommenden sieben Tage einschließt. Interessante Sendungen können zum Beispiel in die Erinnerungs- oder Aufnahmefunktion des Fernsehers übertragen werden. Zudem ist das Portal mit Informationen über Schauspieler wie Filmografien und Fotos angereichert. Die Suche ist nun zentral angelegt und scannt sowohl On-Demand-Inhalte als auch den EPG und zentral sowie im Netzwerk gespeicherte Filme.

(Saskia Brintrup)

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