Security

TomTom: Navigationsgeräte mit Virus ausgeliefert

TomToms Top-Navigationssystem GO 910 wurde mit Viren ausgeliefert. Der Hersteller wiegelt ab, allerdings mit enormer Verspätung.

30.01.2007, 11:58 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Ein Navigationssystem ist eigentlich kein Gerät, auf dem sich Viren befinden sollten. Wie Handys oder iPods handelt es sich bei Navigationsgeräten um Gadgets, die auf Basis einer Firmware statt eines Betriebssystems laufen. Trotzdem kann auch auf ihnen ein Virus installiert sein, der sich klammheimlich in Windows-Systeme mogelt.
Viren im Navi
So geschehen bei TomToms Top-Navigationsgerät GO 910: Einige der seit Herbst ausgelieferten Geräte waren - nicht ganz gewünscht - serienmäßig mit zwei Trojanern bestückt. Die Schädlinge mit den Namen W32/Perlovga.A.1 und TR/Drop.Small.qp verbreiten sich über die Autostart-Funktion von Windows-Laufwerken, indem sie eine gefälschte Autostart.inf anlegen, über die sie sich installieren. Perlovga und Drop.Small öffnen Hintertüren zum System.
Das Problem wurde bereits seit November vergangenen Jahres in verschiedenen Internetforen diskutiert. Die Schädlinge äußern sich als zwei Dateien namens Host.exe und Copy.exe, die bis vor kurzem von vielen Virenscannern nicht eindeutig identifiziert oder entfernt werden konnten. Inzwischen sind die bekannten Virenscanner dazu in der Lage und endlich äußert sich auch TomTom offiziell zu dem Problem.
Nur wenige Geräte betroffen?
"Vereinzelte "TomTom GO 910" könnten von einem Virus infiziert sein", heißt es auf der TomTom-Website. Die Viren seien von niedriger Gefährlichkeit und würden die Funktion des GO 910 in keiner Weise beeinträchtigen. Natürlich nicht: da es sich bei den Trojanern um Windows-Schädlinge handelt. Der Trojaner befindet sich ausschließlich im Speicher des Geräts und wartet darauf, bei Kontakt mit einer Windows-Installation Schaden anzurichten.
Betroffen sind TomTom GO 910-Geräte, die zwischen September und November vergangenen Jahres ausgeliefert wurden und mit Software-Version 6.51 ausgestattet sind. Andere Geräte von TomTom sind laut Angaben des Herstellers nicht betroffen. Kunden, die trotz Virenscanner weiterhin Probleme mit dem Virus haben, können sich an den TomTom-Support wenden.

(Christian Rentrop)

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