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Tiscali-Verkauf: Die Karten werden neu gemischt

Die Verhandlungen über den angekündigten Verkauf der Deutschlandsparte des italienischen Internetproviders Tiscali haben offenbar nicht zu einem Ergebnis geführt. Die Gespräche beginnen nun von vorne.

13.10.2006, 13:45 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Verhandlungen über den angekündigten Verkauf der Deutschlandsparte des italienischen Internetproviders Tiscali haben offenbar nicht zu einem Ergebnis geführt. Wie unsere Redaktion aus informierten Branchenkreisen erfuhr, beginnen die Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten nun von vorne.
Zu wenig Geld geboten
Die für die deutsche Tiscali angebotene Summe soll der italienischen Konzernmutter zu niedrig gewesen sein. Ein Informant bestätigte, dass die 1&1 Konzernmutter United Internet und Freenet.de in Verhandlung mit der Tiscali GmbH standen. Auf eine Beteiligung von United Internet an den Verhandlungen deutete auch - wie bereits berichtet - die neu gegründete und im Handelsregister eingetragene "Tiscali 1&1 Breitband GmbH" hin, die am vergangenen Freitag in "Tiscali Breitband GmbH" umbenannt wurde.
Dass die 1&1 Internet AG aus dem Namen des neuen Unternehmens wieder gestrichen wurde, lässt auch auf ein Scheitern der Verhandlungen schließen. Mit einem Ergebnis der neuen Verhandlungen wird bis April kommenden Jahres gerechnet. Die Pressestelle von Tiscali wollte diese Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Die 1&1 Internet AG und die Freenet.de AG hatten sich in der Vergangenheit bereits um die Übernahme des deutschen Internetgeschäfts von AOL bemüht, den Zuschlag bekam jedoch Telecom Italia mit der deutschen Tochter Hansenet.
44 Millionen Euro
Tiscali will mit dem Verkauf der Konzerntöchter aus Deutschland und Tschechien rund 44 Millionen Euro erzielen. Die Schulden über 20 Millionen Euro sind dabei noch nicht mit eingerechnet. Ursprünglich sollte der Verkauf bereits unter Dach und Fach und die Verhandlungsgespräche Ende vergangenen Monats abgeschlossen sein. Am vergangene Mittwoch noch hatte der italienische Konzernchef Tommaso Pompei verlauten lassen, der Verkauf der Deutschlandsparte stehe kurz bevor.

(Denise Bergfeld)

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