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Ticket-Betrüger festgenommen - Tipps zum Ticketkauf

Das Pokalendspiel oder das Rockkonzert der Träume ist ausverkauft? Dann greifen viele zum Zweitmarkt - und kaufen oft zum erhöhten Preis gefälschte Tickets ein. Vier Männer aus Hannover wurden am Montag wegen Verdachts auf Ticketbetrug festgenommen. onlinekosten.de gibt Tipps, wie man sich beim Ticketkauf vor Betrug schützen kann.

29.03.2014, 10:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Das Geschäft mit der Vorfreude auf das Traum-Event des Jahres lockt oft Betrüger aus den Löchern. Sie handeln mit gefälschten Eintrittskarten oder kassieren per Vorkasse den Kaufpreis und verschwinden von der Bildfläche, ohne den Kunden überhaupt etwas zuzusenden. Die Polizei in Hannover hat am Montag vier Männer gefasst, die mit dem bundesweiten Verkauf gefälschter Konzert-Tickets einen Schaden von etwa 200.000 Euro angerichtet haben sollen. Die Männer im Alter von 28 bis 49 Jahren stehen im Verdacht, mehr als 800 falsche Tickets über Internet-Portale wie eBay verkauft zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Hannover am Montag mit.

Böses Erwachen am Konzerttag

Auch hier stellte sich oft erst bei der Einlasskontrolle heraus, dass eine gefälschte Eintrittskarte per Nachnahme vorliegt oder es wurde gar nichts geliefert. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter kamen in Untersuchungshaft.

Bundesweit gingen seit Frühjahr 2012 vermehrt Strafanzeigen wegen Betrügereien mit Veranstaltungstickets bei der Polizei ein. Seit August vergangenen Jahres liefen die Ermittlungen in Hannover auf Hochtouren.

Ticketbetrug ist nicht ungewöhnlich, insbesondere bei beliebten oder gar ausverkauften Veranstaltungen mit sehr hohen Eintrittspreisen hoffen Gauner auf ihre Chance. Für die Geprellten kommt neben dem finanziellen Verlust die große Enttäuschung hinzu, den heißverehrten Rockstar oder das begehrte Pokalendspiel nun doch nicht live verfolgen zu können. Denn spätestens beim Eintritt kommt das böse Erwachen, wenn der Betrug beim Einscannen auffällt. Ersatzansprüche gibt es in der Regel nicht.

Darum ist es sinnvoll, sich im Vorfeld so weit es geht vor Betrügern zu schützen, beispielsweise mit folgenden Tipps:

Selbstschutz vor Ticket-Betrug

  • Nur bei seriösen Händlern kaufen. Bekannte Ticket-Portale sind im Zweifelsfall seriöser als No-Names. Bei Auktions-Webseiten sind die Bewertungsprofile ein hilfreicher Indikator. Der Verkäufer sollte gewerblich handeln oder geprüftes Portal-Mitglied sein (bei eBay beispielsweise ein sogenannter "Powerseller"). Außerdem können Käufer das Impressum des Verkäufers mit dem Eintrag auf www.gelbeseiten.de vergleichen. Vorsicht ist geboten, wenn der Anbieter deutlich mehr Angebote als Bewertungen vorzuweisen hat oder erst seit kurzem im Portal aktiv ist.

  • Vorsicht bei Fotos. Einige Händler möchten Ihren Kunden zeigen, dass Sie im Besitz der Tickets sind und fügen Fotos der Eintrittskarten in die Artikelbeschreibung ein. Käufer wissen oftmals nicht, dass die Identifizierung der einzelnen Tickets u.a. auf dem Strichcode basiert. Fälschungen zu erkennen ist leider immer schwieriger, denn viele sind sehr hochwertig und verfügen über Originalmerkmale wie Hologramm und Strichcode.
  • Der Preis. Ticketkäufer sollten den genauen Preis ihrer Veranstaltung recherchieren. Liegt der Preis des Händlers deutlich darüber oder darunter, könnte etwas nicht stimmen. Unseriöse Händler versuchen, die Preisinformation über die Ticketanzahl zu verstecken (kleine Schrift, schwer sichtbarer Ort) und verdoppeln dann den Preis. Anstelle von zwei Tickets kauft der Käufer dann nur eines - und dies auch noch überteuert.

  • Kommunikation. Seriöse Händler bieten neben dem E-Mail-Kontakt Beratung per Telefon an. Betrüger bevorzugen die Anonymität. Ein seriöser Händler nimmt sich in der Regel Zeit für Rückfragen.

  • Händler aus dem Ausland, die Tickets für deutsche Veranstaltungen verkaufen, sind oft suspekt. Hier sollten die Kunden ermitteln, ob der Händler den Großteil seiner Tickets im eigenen Land verkauft. Handelt er ausschließlich im Ausland, ist Vorsicht geboten.

  • Die Bezahlung. Betrüger nutzen gerne anonyme Zahldienste wie Western Union. Der Empfänger kann an einem Schalter im Ausland sein Geld abheben und unerkannt verschwinden. Ergebnis: Das Geld ist weg und bei gefälschten eBay-Angaben des Verkäufers steht der Kunde mit leeren Händen da.

(Dorothee Monreal)

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